Borussia Mönchengladbach: De Camargo ist heiß auf das Derby
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 07.04.2011Borussias Stürmer ist nach seiner Innenbanddehnung wieder im Training. "Ich habe keine Schmerzen mehr", sagt er.Trainer Favre kann den Angreifer für das Spiel gegen Köln gebrauchen. "Wir müssen offensiver spielen", sagt er.
Er wuselt schon wieder über den Trainingsplatz, als sei nichts gewesen. Pässe, Schüsse, Sprintduelle – man merkt Borussias Igor de Camargo an einem sonnigen Mittwochmorgen nicht wirklich an, dass er lange fehlte. "Ich habe keine Schmerzen mehr", sagt er. Eine Innenbanddehnung im Knie hatte den bislang erfolgreichsten Stürmer des Tabellenletzten für einige Wochen außer Gefecht gesetzt – und das in der heißen und für Borussia so wichtigen Saisonphase.
Vier Tore in der Rückrunde
Sieben Tore hatte de Camargo bislang für Borussia erzielt – vier davon allein in der Rückrunde. Und das in nur sieben Einsätzen seit Januar. Nicht auszudenken, was vielleicht geschehen wäre, wenn der belgische Brasilianer die gesamte Saison zur Verfügung gestanden hätte. Das Wörtchen "hätte" ist in diesem Zusammenhang wichtig. Denn de Camargo ist ziemlich zart besaitet. Sowohl körperlich, wie inzwischen dreieinhalb Verletzungen (ein Drei-Wochen-Ausfall, der letztlich nur drei Tage andauerte, zählt nur halb) in einer Saison dokumentieren, als auch mental – sein Ausraster auf St. Pauli kostete Borussia den Sieg und de Camargo ein weiteres Spiel dank einer Sperre.
So bleibt das Verhältnis zwischen Borussia und dem zweifellos überaus talentierten Stürmer ein Zwiegespaltenes. Ist er da, ist er auch meist wichtig. Anwesend ist er nur nicht oft genug. Dabei gibt es durchaus Kollegen in der Liga, die mit einer Innenbanddehnung im Knie in einer wichtigen Saisonphase trotzdem gespielt haben – oder nur sehr kurz fehlten. So einer ist de Camargo jedoch nicht. Kein Vorwurf, nur eine Feststellung.
Immerhin – zum emotional sehr wichtigen Derby gegen Köln am Sonntag (15.30 Uhr, Borussia-Park) steht der Angreifer wieder zur Verfügung. Und ein wenig Torgefahr kann Borussia gut gebrauchen. Denn ohne de Camargo erzielte Borussia in den letzten drei Spielen genau ein Tor – beim 1:1 in Bremen. Die Erkenntnis, dass Mo Idrissou oder Mike Hanke in Borussias Sturmzentrum keine Bäume ausreißen können, war mit zwei 0:1-Niederlagen gegen Kaiserslautern und Bayern München verknüpft. Wodurch die Wichtigkeit des Derbys sportlich dramatisch reduziert wurde: Nur ein Wunder kann Borussia jetzt noch retten, ein Wunder, das aus mindestens vier Siegen in den verbleibenden sechs Saisonspielen besteht.
"Wir müssen offensiver spielen, um diese Siege zu schaffen", sagt Trainer Lucien Favre, dem die Ungefährlichkeit im Angriff gegen München und Kaiserslautern nicht entgangen sein dürfte. "Ich bin bereit", sagt de Camargo. Schade nur, dass es wahrscheinlich schon zu spät ist.
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