Borussia Mönchengladbach: Debüt mit Niederlage
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 03.10.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Weil Filip Daems kurzfristig ausfiel, kam Oscar Wendt in Freiburg zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz für Borussia. Der Schwede fand seine Darbietung "okay" und zeigte damit einen gesunden Realismus.
Oscar Wendt hat sich vieles anders vorgestellt, als er sich entschieden hat, Borusse zu werden. Dass er mehr spielen würde vor allem, obwohl er um den Konkurrenzkampf mit Filip Daems wusste.
Und auch sein Debüt hatte sich der Schwede anders ausgemalt als es zu Ende war. Sein erster Bundesliga-Auftritt als Borusse geht als 0:1-Niederlage beim Sport-Club Freiburg in die Geschichte ein.
"Ich hätte mir ein besseres Debüt gewünscht", gestand Wendt. Weswegen er mal wieder zwiegespalten war. Das ist so bei Fußballern: Einmal ist da das Team und seine Belange, zum anderen geht es aber auch um das persönliche Fortkommen. Beides kommt bei Wendt so recht nicht zusammen.
Köln am Freitag
Derby verlegt Das Spiel beim 1. FC Köln ist nicht am Sonntag, 27. November, sondern am Freitag, 25. November, um 20.30 Uhr. Die Sicherheitsbehörden hatten um die Verlegung gebeten. Möglicher Grund: Die Castor-Transporte, die an dem Wochenende fahren.
Training Montag bis Mittwoch trainingsfrei, Donnerstag, 10 Uhr
Erst war Gladbach erfolgreich, doch der 25-Jährige durfte nicht mitmachen; jetzt war er dabei, weil eine infizierte Wunde am Schienbein Filip Daems auf Eis legte, und Borussia verlor. Nicht weil Wendt dabei war, aber eben doch mit ihm.
"Oscar hat es gut gemacht, er war bereit", lobte Trainer Lucien Favre den Debütanten. Und versicherte, dass er sich auch keine Sorgen gemacht habe, als klar war, dass er Daems durch Wendt ersetzen musste.
"Oscar hat ganz klar ein gutes Spiel gemacht. Man darf nicht vergessen, dass er lange nicht gespielt hat. Er ist technisch stark und vielleicht ein bisschen offensiver eingestellt als Filip. Aber es war kein Unterschied zu erkennen", sagte Dante. Martin Stranzl formulierte es allgemeiner: "Wir haben generell nicht viel zugelassen, das sagt alles über unsere Abwehr."
Wendt selbst fand seine Darbietung "okay" und zeigte damit einen gesunden Realismus. In der zweiten Minuten hatte er gleich eine Flanke geschlagen, ansonsten verlief sein Erstling für Gladbach recht unspektakulär, auch wenn die ganz große Ruhe, die Daems zuletzt ausstrahlte, noch fehlte.
"Ein paar Prozent fehlen noch im Timing und auch in der Physis. Aber das kommt mit den Spielen", sagte Wendt, dem das bisherige Bankangestellten-Dasein in Gladbach vorerst die Zugehörigkeit zum Nationalteam kostete. Auf der Liste der nominierten Borussen steht sein Name nicht.
Dass er so kurzfristig für Borussia spielen würde, hatte er einige Tage zuvor selbst nicht erwartet. "Es geht eben schnell im Fußball", sagte Wendt. Nervös sei er nicht gewesen, als Favre ihm am Samstagmorgen eröffnete, dass er spielen muss, kann, darf, soll, wie auch immer. "Fußball ist Fußball", sagte Wendt. Ob in Gladbach, für Schweden oder mit Kopenhagen in der Champions League. Und Niederlagen sind Niederlagen, sie tun immer weh. Wie es nun weitergeht mit ihm, "das werden wir sehen".
Filip Daems jedenfalls geht fest davon aus, dass er längst wieder fit ist, wenn am 15. Oktober das nächste Spiel im Borussia-Park gegen Leverkusen ansteht. Wendt hatte dafür nun die Gelegenheit, sich unter Wettbewerbsbedingungen zu zeigen. Immerhin.
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