Borussia: Der „Chefkoch“ muss geduldig sein
zuletzt aktualisiert: 10.11.2007Sebastian Schachten ist seit Ende Juni verletzt. Die RP sprach mit dem Borussen über die Zeit in der Reha und seinen Comeback-Plan.
Am Dienstag sind Sie 23 Jahre alt geworden. Für das neue Lebensjahr wünschen Sie sich beruflich sicherlich mehr Glück, als es ihnen in den vergangenen Monaten vergönnt war?
Schachten Es ist wirklich nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Zunächst war es ein kleiner Muskelfaserriss, den ich mir in meinem dritten Training bei Borussia zugezogen habe. Dann hat sich der Muskel entzündet. Mit der Verletzung war nicht zu spaßen. Einmal habe ich ja versucht, wieder voll zu trainieren. Aber es ging nicht. Darum haben wir uns dann entschieden, es in Ruhe auszukurieren. Wenn die Geschichte nochmal aufgebrochen wäre, wäre ich vielleicht sogar für ein Jahr ausgefallen. Jetzt kommt es nicht auf einen Tag an. Mein Ziel ist es, beim Trainingsauftakt nach der Winterpause am 3. Januar wieder voll da zu sein. Schön wäre es, vor der Winterpause schon mal ein, zwei Wochen wieder mitzutrainieren. Dann werde ich während der Winterunterbrechung durchtrainieren. Pause hatte ich ja leider genug.
Zuletzt waren Sie fast vier Wochen zur Reha in Donaustauf. Hat Sie das vorangebracht?
Schachten Auf jeden Fall. Klaus Eder, der mich betreut hat, ist ein absoluter Fachmann. Er hat sich sogar Sonntagsabends um mich gekümmert. Der Aufenthalt dort hat mir auch gezeigt, dass sich die Dinge manchmal relativieren. Es war ein Amerikaner da, der im Irak von einer Bombe getroffen wurde.
Dennoch: Einem jungen Mann muss doch das Zuschauen besonders schwer fallen, zumal, wenn die Kollegen von Erfolg zu Erfolg eilen.
Schachten Ich sehe das mit zwei Augen. Es ist für uns alle super, dass es so gut läuft. Aber natürlich möchte man gerne selbst dabei sein und zum Erfolg beitragen. Aber damit muss ich klar kommen. Es ist nicht immer einfach, geduldig zu bleiben. Da ich schon mal länger verletzt war, habe ich zum Glück schon Erfahrung mit der Situation. Damals hatte ich einen Anriss der Patellasehne. Aber dadurch, dass die Mannschaft erfolgreich ist, hat man auch mehr Ruhe, seine Verletzung auszukurieren, da sind keine Experimente nötig. Für mich ist es wichtig, so oft wie möglich bei der Mannschaft zu sein. Darum bin ich auch von Donaustauf nach Fürth gefahren und konnte dort mit den Jungs den Erfolg feiern. Bei so einem Spiel viele Kilometer entfernt am Fernseher zu sitzen, das wäre nichts für mich.
Macht Ihnen das Comeback von Filip Daems Mut? Er war über ein Jahr verletzt, nun ist er Stammspieler.
Schachten Klar, das zeigt doch, dass man sich nicht wie das fünfte Rad am Wagen fühlen muss. Unser Trainer sagt mir immer, dass er mir die Zeit gibt. Und ich vertraue ihm. Wenn ich wieder fit bin, werde ich meine Chance bekommen. Wenn man dann wieder spielt, ist die Verletzung schnell vergessen. Es wird auf jeden Fall Zeit, dass die Verletzungsgeschichte in Ende hat.
Zumindest kulinarisch müssten Sie gut durch die Zeit ohne Fußball bekommen sein. In Ihrer Mail-Adresse nennen Sie sich „Chefkoch“.
Schachten Ja, aber mit zwei ,f’, weil die richtige Schreibweise schon vergeben war. Ganz ehrlich: Den Namen habe ich bekommen, weil ein Essen, dass ich für einen Freund gekocht habe, total in die Hose ging. Ich muss mit diesen Spitznamen also noch verdienen.
K. Kellermann sprach mit Sebastian Schachten, der im Sommer von Werder Bremens Regionalliga-Team kam.
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