Borussia Mönchengladbach: Der erste Sieg für Wendt
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 30.01.2012Borussia Mönchengladbach (RP). Weil Filip Daems kurzfristig krank wurde, kam der Schwede zu seinem dritten Startelf-Einsatz für Gladbach. Das 3:0 in Stuttgart war der erste Erfolg des Linksverteidigers mit Borussia.
Die Hauptdarsteller bei Borussias 3:0 in Stuttgart waren andere. Die Torschützen natürlich. Mike Hanke, Marco Reus und Igor de Camargo, der nach langer Schaffenspause wieder mal traf. Und natürlich Marc-André ter Stegen, der mit drei, vier ausgezeichneten Paraden verhinderte, dass die Schlampigkeit vor dem Tor der Gastgeber im zweiten Durchgang nicht noch bestraft wurde. Sie alle hatten Anteil an den entscheidenden Situationen des Tages. Oscar Wendt blieb unauffällig. Und doch war es auch für den Schweden ein besonderes Spiel.
Bisher gab es zwei Niederlagen
Weil Filip Daems kurzfristig Fieber bekam, musste Wendt zum dritten Mal einspringen für den Kapitän. Doch zuvor war es zweimal enttäuschend gelaufen für den Linksverteidiger, der nach eigener Aussage "Fußball spielt, um zu gewinnen". 0:1 in Freiburg und 0:1 in Hoffenheim, das war die Wendtsche Bilanz. "Darum freue ich mich, dass ich jetzt zum ersten Mal mit Borussia gewonnen habe", sagte Wendt.
Gedenken an Sieloff
Erinnerung Vor dem Anpfiff gab es eine Gedenkminute für die verstorbenen Ex-Stuttgarter Rolf Eisele, Willi Entenmann und Klaus-Dieter Sieloff. Letzterer ging 1969 nach Gladbach und war hier eine der Stützen der Meistermannschaft Hennes Weisweilers, zweimal Meister und einmal Pokalsieger mit Borussia.
"Oscar hat es gut gemacht", sagte Sportdirektor Max Eberl. Auch Lucien Favre, der Trainer, gab an, mit der Leistung des Daems-Ersatzes zufrieden zu sein. Gleiches sagte er auch über Igor de Camargo, den er nach 52 Minuten für Mike Hanke einwechseln musste. Hanke hatte in der ersten Halbzeit, in der er per Kopf Marco Reus' Freistoß-Vorlage ins Tor wischte, einen Pferdekuss auf den rechten Oberschenkel bekommen. "In der Pause hat sich der Muskel dann beruhigt, das war nicht so gut, er hat dann dichtgemacht", berichtete Hanke. "Zwei bis drei Tage" wird er pausieren, aber wohl rechtzeitig fit sein für das Spiel am Samstag bei seinem Ex-Verein VfL Wolfsburg.
Ob Oscar Wendt dann wieder dabei sein wird, hängt wohl von Filip Daems ab. "Natürlich ist es für mich schwer, wenn ich so lange nicht von Beginn an gespielt habe, dann muss ich erst mal wieder rein kommen. Aber ich bin froh über jedes Spiel, das ich machen kann und hoffe, dass es noch einige mehr werden", sagte Wendt.
An Tagen, an denen ihm das Reservisten-Dasein mehr zu schaffen machte, habe er durchaus an einen Wechsel gedacht. "Aber ich bin hier und fühle mich wohl, die Atmosphäre im Team ist toll und wir sind zu Recht oben dabei", sagte Wendt. Dass Wendt und andere Ersatzmänner stets bereit sind, "zeigt, wie gut unser Kollektiv ist, letzte Woche war es Roel Brouwers, der Dante super vertreten hat, jetzt Oscar", sagte Martin Stranzl. Er war Kapitän anstelle von Daems und organisierte seine Defensive bestens. Und als Stuttgarts Neuerwerbung Vedad Ibisevic einmal durch war, stocherte Stranzl ihm den Ball vom Fuß. Für Ibisevic war es wie für Wendt eine neue Erfahrung an diesem Tag – nur umgekehrt. Denn der Bosnier hatte zuvor noch nie gegen Gladbach verloren.
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