Borussia Mönchengladbach: Der Tag der Ex-Borussen
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 12.12.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Das Team von Lucien Favre verlor 0:1 beim FC Augsburg. Das Tor schoss der frühere Gladbacher Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Borussias Ex-Trainer Jos Luhukay hatte den Bundesliga-Aufsteiger gut vorbereitet.
Augsburg Jan-Ingwer Callsen-Bracker war zufrieden. Sein Freistoßtor hatte dem FC Augsburg einen 1:0-Sieg beschert gegen die favorisierten Borussen. Dass ausgerechnet er dieses Tor erzielte, gab der Geschichte der vierten Gladbacher Saisonniederlage eine besondere Note. Denn Callsen-Bracker spielte früher in Mönchengladbach, indes nur elfmal in eineinhalb Jahren, und irgendwie war es keine glückliche Beziehung.
Dass Fußballer gegen ihren Ex-Verein meist treffen, ist eines der ungeschriebenen Gesetze des Fußballs. An diesem nasskalten Nachmittag wurde es mal wieder bestätigt. Dante hatte Sascha Mölders an der Strafraumgrenze gefoult, und Callsen-Bracker entschied sich, "mit Vollspann drauf zu halten, das war erfolgreich". Dass Raúl Bobadilla bei dem Treffer den Ball abfälschte, "passte ins Bild", wie Verteidiger Martin Stranzl sagte.
0:1 ist Standard
Standard Viermal verlor Borussia in dieser Saison, viermal gab es auswärts ein 0:1. Im Borussia-Park ist Gladbach noch ungeschlagen. Das soll auch im letzten Heimspiel der Hinserie gegen Mainz (Sonntag, 17.30 Uhr) so bleiben.
Training Montag und Dienstag haben die Borussen frei, das nächste Training ist am Mittwoch um 16 Uhr.
Luhukay: "Keine Genugtuung"
Es war nicht der Tag der Borussen, sondern der der Ex-Borussen. Schließlich hat auch Augsburgs Trainer Jos Luhukay in Gladbach gearbeitet, erst als Co-Trainer, dann als Chefcoach. Als solcher stieg er mit Borussia ab und führte sie wieder in die Bundesliga.
Nun gab er seinem aufstrebenden Ex-Verein einen Dämpfer, weil er Augsburg taktisch bestens vorbereitet hatte auf diese Aufgabe. "Borussia spielt eine fantastische Hinserie, aber meine Mannschaft hat immer an sich geglaubt", sagte Luhukay. Genugtuung empfinde er nicht, versicherte er, räumte aber ein, dass das Ende seiner Zeit in Gladbach wenig erfreulich gewesen sei.
Ähnlich war es bei Callsen-Bracker. Der hat noch Kontakte nach Gladbach, vor allem zu Marc-André ter Stegen und Roman Neustädter. Daher war sich der Defensivmann sicher, dass, "wenn einer ein Tor schießen darf gegen Gladbach, dann ich". Eine Ansicht, die ter Stegen nicht teilte. "Dass Jan das Tor macht, ist bitter", sagte der Torwart.
Während die Borussen sehr unorganisiert waren, machten die Augsburger fast alles richtig. Dafür sorgte Callsen-Bracker auch mit konzentrierter Defensivarbeit an der Seite von Gibril Sankoh. "Bobadilla, Hanke und de Camargo konnten sich nie richtig durchsetzen", stellte Luhukay fest. Er wünscht den Borussen künftig lauter Siege, "nur nicht im vorletzten Spiel der Rückrunde", sagte er.
Dann kommt Augsburg in den Borussia-Park. Jan-Ingwer Callsen-Bracker, der in der Hinrunde der Vorsaison schon aussortiert war, dann aber ob der Verletzungssorgen reaktiviert wurde und so das eine oder andere Desaster mitmachte, sieht die Entwicklung Borussias durchaus als vorbildlich für den Abstiegskampf Augsburgs. "Letztes Jahr um diese Zeit stand Gladbach schlechter da als wir jetzt. Man sieht, dass der Klassenverbleib eine Mannschaft zusammenschweißen kann. Jetzt sind sie zurecht oben, weil sie einen tollen Fußball spielen", sagte er. In Augsburg war es nicht so. Callsen-Bracker bestrafte sie dafür.
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