Borussia Mönchengladbach: Die Dreifach-Sechs
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 07.03.2011Mit drei defensiven Mittelfeldspielern schickte Trainer Lucien Favre seine Mannschaft ins Rennen gegen die TSG Hoffenheim. Der 2:0-Erfolg gab ihm recht – der Gegner bekam keine Torchancen.
Rosenmontag frei
Freier Tag Am Montag wird Borussias Bundesliga-Mannschaft nicht trainieren. Trainer Lucien Favre gab dem Team am Rosenmontag frei. Dienstag und Mittwoch trainiert Borussia jeweils um 10 und um 16 Uhr.
Nächstes Spiel am kommenden Samstag, 18.30 Uhr, bei Werder Bremen.
Logan Bailly konnte einem fast ein bisschen leid tun. Der Belgier im Tor der Borussia war 90 Minuten komplett beschäftigungslos, im Spiel gegen 1899 Hoffenheim. Kein Schuss erreichte das Tor des 25-Jährigen. Doch so richtig ärgern wird sich Bailly darüber nicht – kein Schuss bedeutet auch kein Gegentor, kein Gegentor bedeutete den 2:0-Sieg seiner Mannschaft.
Trainer Lucien Favre hatte vor dem Spiel die wenigen Balleroberungen seiner Mannschaft bemängelt. Und setzte deshalb prompt auf ein Defensiv-Bollwerk. Vor der Vierer-Abwehrkette bot Favre eine "Dreifach-Sechs" auf: Thorben Marx, Michael Fink und Roman Neustädter. Auch wenn keiner von Dreien eine überragende Leistung ablieferte – Borussia beherrschte die (allerdings erschreckend schwachen) Hoffenheimer in allen Belangen.
59 Prozent der Zweikämpfe geholt
"Die Aggressivität hat den Unterschied gemacht", sagte Michael Fink. "Wir haben den Gegner im Mittelfeld in Schach gehalten, haben die Zweikämpfe gewonnen." 59 Prozent der Duelle am Ball gingen an Borussia. Und: gegen Hoffenheim varierte Borussia endlich einmal im Spielsystem. Fing Favre noch mit zwei reinen defensiven Mittelfeldspielern und einem Neustädter davor an, stellte er das System schon schnell auf eine Raute im Mittelfeld um. "Hoffenheim hat weniger nach vorne gemacht, als wir erwartet haben", sagte Fink.
Dass dabei kein fußballerischer Leckerbissen herauskam, stört bei Borussia keinen. "Wir haben viele gute Spiele gemacht, in denen wir nichts geholt haben", sagte Sportdirektor Max Eberl. "So herum ist es mir auf jeden Fall lieber." Auch Trainer Favre war zufrieden: "Die Balleroberung lief deutlich besser, wir hatten die richtige Balance. Wir müssen nur schneller spielen."
Die Stabilität im eigenen Spiel tat Borussia gut. Fink lieferte eine ordentliche Leistung ab, spielte bei seinem Heimdebüt in der Startelf aggressiv und mit Leidenschaft, streute jedoch einige Fehlpässe ein. Thorben Marx hingegen spielte unauffällig, dabei aber weitgehend fehlerfrei – er beschränkte sich auf seine Defensivaufgaben. Und das sehr ordentlich.
Bleibt noch Roman Neustädter. Sein Auftritt war immerhin nicht so desaströs wie vor einer Woche in Wolfsburg – gut spielte der 23-Jährige allerdings auch nicht. Zu oft wechseln sich Licht und Schatten ab, folgt auf einen ansatzweise genialen Direktpass per Hacke ein total missratener Fehlpass über kurze Distanz.
Letztlich war es jedoch Borussias Kollektiv, das gegen Hoffenheim gut funktionierte. Und das ist auch schon viel wert. Die "Dreifach-Sechs" im Mittelfeld machte Torhüter Bailly beschäftigungslos. Sogar Juan Arango spielte mit, hatte die meisten Ballkontakte – und bereitete ein Tor vor. "Wir haben völlig verdient gewonnen", sagte Michael Fink hinterher. "Jetzt müssen wir endlich einmal nachlegen."
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