Borussia Mönchengladbach: Die Flügel funktionieren gut
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 02.02.2012Borussia Mönchengladbach (RP). Borussias Außen-Päarchen arbeiten gut zusammen und sind viel auf dem Rasen unterwegs. Das ist eines der Geheimnisse des Gladbacher Erfolgs.
Fussball Borussia hat gute Flügel. Und welche, die viel unterwegs sind. Tony Jantschke, der Rechtsverteidiger, lief 11,7 Kilometer beim 3:0 in Stuttgart, die Außenbahnspieler Patrick Herrmann und Juan Arango immerhin 11,3 und Oscar Wendt, der Filip Daems hinten links vertrat, 11,1 Kilometer. Gegen die Bayern hatte Daems 11,2 Kilometer absolviert. Die Laufbereitschaft der Profis definiert Trainer Lucien Favre als eines der Geheimnisse des Gladbacher Erfolgs, hinzu kommt, dass er auf Fußballer mit "hoher Spielintelligenz" setzt. Es werden nicht nur lange Wege gemacht, sondern auch sinnvolle.
Der Schweizer hat auf den Seiten seit langem seine optimalen Päarchen gefunden: Die beiden Jungspunde Jantschke (21) und Herrmann (20) arbeiten rechts gut zusammen, links sind es zumeist die Routiniers Daems (33) und Arango (31), dreimal sprang Oscar Wendt (26) für den kurzfristig erkrankten Daems ein. "Die Flügel funktionieren gut", sagt Favre.
Englische Woche
Training Heute üben die Borussen um 10 Uhr, das Abschlusstraining morgen ist nicht öffentlich.
Englische Woche Das Liga-Spiel beim VfL Wolfsburg ist am Samstag um 15.30 Uhr. Am Mittwoch, 8. Januar, spielen die Gladbacher im DFB-Pokal-Viertelfinale bei Hertha BSC Berlin (19 Uhr), am Samstag, 11. Februar, kommt der Schalke 04 (18.30 Uhr).
Jantschke und Daems sichern dabei zumeist die offensiven Kollegen vor ihnen ab. Patrick Herrmann nutzte seine Freiräume zuletzt weidlich aus und traf regelmäßig; Arango ist meist der Ursprung der Gladbacher Angriffe. Zugleich arbeiten beide nach hinten mit. Besonders augenfällig war das gegen die Bayern: Daems spitzelte Arjen Robben den Ball weg, Arango sicherte das Spielgerät und leitete dann mit einem genauen Pass auf den Vorlagengeber Mike Hanke das 2:0 durch Patrick Herrmann ein. "Die Automatismen erarbeiten wir im Training", sagt Lucien Favre.
Jantschke und Herrmann kennen sich lange, beide lebten früher im Borussen-Internat. "Wir haben auch in der Jugend schon oft zusammengespielt", sagt Jantschke. Er definiert seine Rolle vor allem defensiv. "Unser Spiel ist nicht so ausgelegt, dass die Außenverteidiger so viel nach vorn rennen", sagt Jantschke. Was aber nicht bedeutet, dass er nur hinten steht und auf die Gegner wartet. "Ich denke, ich bin im Spiel viel unterwegs und tue auch was nach vorn", sagt Jantschke, der durchaus auch Flügelläufe und Aufbaupässe zu bieten hat.
Auffällig: In Augsburg waren die Flügel nicht so viel unterwegs, prompt ging das Spiel 0:1 verloren. Lucien Favre allerdings bewertet die einzelnen Mannschaftsteile nicht gern einzeln. Für Favre ist das Borussen-Spiel ein Gesamtkunstwerk, in dem "jeder eine Verbindung zum anderen hat, es ist immer eine Zusammenarbeit". Mit seiner akribischen Arbeit im Training schult er die Abläufe, nicht selten wird das Einstudierte eins zu eins ins Spiel übersetzt. Es wird verschoben und gedoppelt und viel, viel gerannt. "Dass wir nur zwölf Gegentore bekommen haben, liegt ja nicht nur an den vier Leuten hinten oder an den Flügeln", sagt Tony Jantschke. "Alle tun ihren Teil dazu." Borussias Aufschwung ist Teamwork.
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