Borussia Mönchengladbach: Die Tabellenführung "wäre schön"
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 18.08.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Der Sieger der Freitagspartie zwischen den Borussen und Wolfsburg würde auf dem ersten Platz übernachten. Gladbachs Trainer Lucien Favre weiß, dass das gut wäre für das Selbstvertrauen, aber kein Maßstab für die Ambitionen seines Team in dieser Saison. Favre moniert, dass es gegen den VfB Stuttgart zu viele Ballverluste gab. Das soll sich ändern.
Es gibt etwas zu gewinnen, wenn sich Borussia und der VfL Wolfsburg morgen zum Auftaktspiel der dritten Runde der noch jungen Bundesliga-Saison treffen. Drei Punkte, natürlich, aber auch die Tabellenführung. Derzeit führen Mainz 05 und Hannover 96 das Klassement mit sechs Punkten an, der Gewinner des Vergleichs im Borussia-Park wäre daher zumindest Spitzenreiter für eine Nacht. "Wir wissen das", sagt Lucien Favre, "und es wäre schön."
Gegeben hat es eine Nacht als Erster zuletzt vom 22. auf den 23. September 2006, als es freitags einen 1:0-Sieg gegen Dortmund gab und Borussia mit neun Punkten nach ganz oben kletterte. Als der gesamte Spieltag vorbei war, logierten die Borussen auf Rang fünf (am Ende jener Saison stiegen sie indes ab). Derzeit sind sie Vierter. Schön wäre eine One-Night-Tabellenführung natürlich schon, vor allem für das Selbstvertrauen, weniger aber wäre es etwas, was der Trainer aus der Schweiz als Maßstab nimmt für die Ambitionen seines Teams in dieser Saison. Weswegen Sportdirektor Max Eberl die Debatte um eine mögliche Tabellenführung auch für "optisch schön, aber überzogen" hält.
Favre tüftelt noch
Erfolg In der Nachwuchsrunde siegte Borussia 3:1 in Bochum. Mario Hesse traf doppelt, Michael Bradley spielte mit.
Personal Martin Stranzl, Roel Brouwers und Igor de Camargo fehlen gegen Wolfsburg. "Ich weiß noch nicht, wer sie ersetzen wird", sagte Lucien Favre gestern.
So sind für die Gladbacher dann doch eher die drei Punkte wichtig, die es zu holen gibt. Gelingt das, hätte Favres Team sieben Zähler beisammen, was ein ausgesprochen guter Ertrag wäre. Doch bis es soweit ist, sind erstmal 90 komplizierte Minuten zu absolvieren. So jedenfalls schätzt es Kapitän Filip Daems ein. "Es kann sein, dass das Spiel genauso schwer wird, wie das gegen Stuttgart", sagt der Belgier.
Schwer deswegen, weil Wolfsburg in den ersten beiden Saisonspielen (3:0 in Köln, 0:1 gegen FC Bayern) einen "extrem kompakten" (Favre) Eindruck hinterließ – und sich die Borussen zuletzt gegen den VfB, der ebenfalls gut gestaffelt verteidigte, kaum eine Chance herausarbeitete. "Es gab zu viele leichte Ballverluste", moniert Favre. "Wir waren nicht so kompakt wie sonst", gesteht auch Daems, dass "wir zu viele Chancen zugelassen haben".
Die Ansprüche an das eigene Spiel sind gestiegen in Gladbach. In der vergangenen Hinrunde wäre man mit Spielen wie dem gegen Stuttgart zufrieden gewesen – und auch der Defensivbilanz von nur einem Gegentor. Nach den ersten beiden Partien der vergangenen Saison waren es schon vier, obwohl ebenfalls vier Punkte geholt wurden. Favre hat Borussia stabilisiert, doch den entscheidenden Ansatz im Offensivspiel, den hat auch er noch nicht gefunden. Was den Kopf angeht, hat Favre den Seinen jedoch geholfen.
"Jeder Spieler weiß, dass jedes Spiel für uns schwer ist, wir sehen Spiel für Spiel", hat er den Profis eingetrichtert. Mit diesem Kunstgriff macht der Fußball-Lehrer aus jeder Partie ein eigenes Projekt, auf das man sich immer neu konzentrieren muss. Gleichwohl hat jedes Spiel seine Geschichte. Gegen Wolfsburg hat Borussia von den letzten sieben Spielen sechs verloren, einmal gab es ein Unentschieden. Darum, und wegen ihres stark besetzten Kaders gehen die "Wölfe" als gefühlter Favorit in den Kampf um die Tabellenspitze.
Termin Borussia spielt am Dienstag, 25. Oktober um 19 Uhr beim Drittligisten 1. FC Heidenheim.
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