Borussia Mönchengladbach: Die zweite Reihe
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 28.06.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Christofer Heimeroth, Tobias Levels, Roel Brouwers und Thorben Marx haben in der vergangenen Saison ihre Stammplätze verloren. Dennoch spielen sie eine wichtige Rolle im Team. Nun wollen sie die Vorbereitung nutzen.
Thorben Marx hat hart gearbeitet. Der Schweiß perlt auf seiner Stirn, das graue Trainingsleibchen ist nass. Auch Roel Brouwers sieht man die Arbeit an. Der lange Lulatsch aus den Niederlanden trottet wie Marx zum Mannschaftsbus, der brummend am Straßenrand steht, neben dem Seiteneingang des Trainingsgeländes. Fans fragen nach Autogrammen, dann geht es zurück ins Hotel.
Für beide, und auch für die Kollegen Tobias Levels und Christofer Heimeroth, gibt es ein hübsches Kompliment von Max Eberl. "Sie sind wichtig für uns. Sie haben ihre Rolle akzeptiert, geben im Training Gas und halten so die Qualität hoch. Und sie sind für die jungen Spieler da", sagt Eberl.
Viele Fans dabei
Reduziert Dienstag gibt es nur zwei Einheiten. Das erste Training ist um 10.15 Uhr, das Zweite um 16.15 Uhr. Donnerstag um 18.30 Uhr spielen die Borussen in Heimstetten gegen den Zweitligisten Greuther Fürth.
Fan-Abend Mittwoch Abend treffen sich Trainer und Mannschaft mit den Anhängern. Da das Fan-Interesse groß ist, sucht Fan-Projekt-Mann Matthias Neumann noch eine passende Lokalität.
Nette Worte, die für die Gelobten auf eine gewisse Weise allerdings bittersüß klingen dürften. Denn "ihre Rolle", das war zuletzt die des Ersatzmanns. Stammspieler waren andere, als die Borussen sich mit dem neuen Trainer Lucien Favre retteten in der vergangenen Saison. Bei Favres Vorgänger Michael Frontzeck spielten alle vier Hauptrollen.
Heimeroth verlor aber seinen Job als Nummer eins; Levels wurde als Rechtsverteidiger von Tony Jantschke abgelöst; Brouwers wurde der dritte Innenverteidiger hinter dem im Winter dazu geholten Martin Stranzl und Dante; Marx kam im defensiven Mittelfeld an Havard Nordtveit und Roman Neustädter nicht mehr vorbei.
Nun hat die Vorbereitung auf eine neue Saison begonnen. Und die Chance ist da, etwas zu ändern. "Natürlich will ich wieder mehr spielen. Ich habe gezeigt, dass ich es kann", sagt Brouwers, der zweimal beginnen durfte, seit Favre da ist. Mit Stranzl klappte es ausgezeichnet, doch als Dante zurück war, spielte wieder der Brasilianer. Auch Marx will sich wieder ins Team spielen.
In der vergangenen Saison habe er seine Leistung nicht immer gebracht, gesteht der gebürtige Berliner. Wohl auch, weil Michael Bradley, sein Partner in der Doppelsechs, meist lustlos wirkte. Bradley wurde ausgeliehen und Marx zum Teilzeitarbeiter, der vor allem in der Schlussphase kam, um Resultate zu verteidigen. "Ob die, die gespielt haben, einen Bonus bekommen, weiß ich nicht. Ich werde mich in der Vorbereitung anbieten", sagt Marx.
Das will auch Tobias Levels. "Das ist das, was du als Spieler machen kannst. Entscheiden müssen dann andere", sagt Levels. Er wolle die Vorbereitung abwarten und dann "sehen, wie die Reaktion ist", sagt er zudem. Ganz ohne Wechselgedanken scheint Levels nicht zu sein, zumal mit Matthias Zimmermann ein Rechtsverteidiger dazu geholt wurde. Gleichwohl: "Gut ist, dass es nie Unruhe in der zweiten Reihe gab, so etwas würde ein Team kaputtmachen", sagt Eberl.
So sind es gerade die, die nicht spielen, die im Inneren wirken, das Quartett ist anerkannt im Mannschaftsgefüge. "Sie sind wichtig als Spieler und als Mensch, sie gehören, auch wenn sie nicht so viel spielen, zum Gerüst der Mannschaft. Sie helfen den anderen und bringen von hinten positiven Druck rein, weil sie sich nicht hängenlassen", sagt Eberl. Heimeroth hat nun gar auf die Nummer 1 verzichtet, zugunsten des jungen Marc-André ter Stegen. "Der Verein hat mich gefragt und ich habe gesagt, ich will die 33", sagt Heimeroth.
Ter Stegen ist gesetzt, Heimeroth auch – als Ersatz des 19-Jährigen. "Jeder weiß doch, wie schnell es gehen kann. Es ist gut zu wissen, einen erfahrenen Mann in der Hinterhand zu haben", sagt Max Eberl. Heimeroth hat seine Rolle akzeptiert. "Man muss gut im Team arbeiten, das habe ich immer so gehalten", sagt der 194 Zentimeter lange Westfale.
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