Borussia: Doppelsechs in Gefahr
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 07.09.2010 - 09:55Dante hatte es eilig. Er ist gerade Vater geworden und wollte heim zu Söhnchen Diogo. Vergangenen Sonntag kam der Stammhalter im Neuwerker Krankenhaus zur Welt. Gern würde der Papa dem Jungen ein Tor widmen am Samstag gegen Frankfurt, ach was, am liebsten allen: „Diogo, meiner Frau Jocelina und meiner Tochter Sophia“, sagte Dante und grinste so breit, wie ein stolzer Vater eben grinst.
Ganz so leicht indes werden es die Frankfurter den Borussen nicht machen. „Es wird ein kompliziertes Spiel“, vermutet Thorben Marx. Vielleicht auch, weil er selbst möglicherweise nicht dabei sein kann. Die Zerrung im Oberschenkel verhinderte gestern die Rückkehr ins Teamtraining. Und „ob es für Samstag reicht, weiß ich noch nicht“, sagt Marx. Trainer Michael Frontzeck ist zwar zuversichtlich, dass sein Mittelfeldstabilisator dabei sein kann. Ein Risiko jedoch, das will keiner eingehen, denn im schlimmsten Fall und bei zu viel Eile könnte Marx unter Umständen länger ausfallen.
Das war in der vergangenen Saison der Fall, als den 29-Jährigen, der demnächst mit Borussia über eine Vertragsverlängerung verhandeln will, Schmerzen am Schambein plagten. Meist wenn Marx fehlte, kam den Borussen auch die Ordnung auf dem Rasen abhanden, für die der gebürtige Berliner in Zusammenarbeit mit Michael Bradley zuständig ist. Fällt Marx aus, platzt die eingespielte Doppelsechs gegen Frankfurt.
Frontzeck bleibt gewohnt gelassen. „Erst mal ist nicht sicher, ob Thorben Marx ausfällt. Und wenn, dann mache ich mir keine Sorgen. Ich habe genügend Alternativen“, sagte der 46-Jährige. Von daher war das Testspiel in Ahlen (3:0) richtig wichtig, denn sowohl Roman Neustädter als auch Marcel Meeuwis „haben ihre Sache gut gemacht“, wie Frontzeck befand. Neustädter, dessen rechtes Auge noch immer dunkelrot-blau gefärbt ist, weil er sich in Ahlen eine Platzwunde zuzog, könnte indes die erste Wahl sein bei der Neubesetzung der Doppelabsicherung im Mittelfeld. Der 22-Jährige war stark in der Vorbereitung und zuletzt immer einer der Ersten, die eingewechselt wurden. Nicht unwahrscheinlich, dass er Samstag zum ersten Bundesligaeinsatz von Beginn an kommt.
„Darüber würde ich mich natürlich freuen. Ich werde mich im Training anbieten“, sagte der frühere Mainzer. Er fühlt sich nun wohl in Gladbach, seine Freundin lebt inzwischen auch hier, und „ich gehe mehr aus mir raus, auf dem Feld und daneben“. Beim 1:0 gegen Liverpool hat er gut mit Bradley harmoniert, während es mit dem Amerikaner und Marcel Meeuwis oftmals Abstimmungsprobleme gab. „Ich glaube aber, die Mannschaft hat einen Schritt nach vorn gemacht“, glaubt Thorben Marx, dass alle seine Vertreter im Bedarfsfall dichtmachen werden. Dies und Dantes Tore für Diogo würden helfen gegen Eintracht Frankfurt.
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