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Borussia Mönchengladbach: Drei Jahre Max Eberl: "Tendenz ist positiv"

VON KARSTEN KELLERMAN - zuletzt aktualisiert: 19.10.2011 - 00:53

Max Eberl ist seit einer Ewigkeit Sportdirektor. Seit 94 608 000 Sekunden ist er am Mittwoch im Amt. Zwar war nicht jede Sekunde aufregend, doch waren es viele der umgerechnet 1095 Tage oder drei Jahre.

Max Eberl ist seit einer Ewigkeit Sportdirektor.  Foto:  dapd
Max Eberl ist seit einer Ewigkeit Sportdirektor. Foto: dapd

„Es ist viel passiert“, sagt Eberl. Zweimal rettete sich Borussia um Haaresbreite vor dem Abstieg, dazwischen lag eine Saison ohne Sorgen. Eberl, der 1999 als Spieler nach Gladbach kam und 2001 zum Aufstiegsteam gehörte, ist zwar ein gebürtiger Bayer und begann seine Karriere in München beim FC Bayern, doch nach zwölf Jahren am Niederrhein fühlt er sich heimisch auf dem „platten“ Land.

Es gibt ein Buch über ihn. Darin steht, dass der Fußballer Max Eberl ein „Indianer“ war. Einer, der in der Gemeinschaft wirkt. Jetzt ist er von Amtswegen Häuptling: Sportdirektor und Geschäftsführer. Doch Eberl versteht sich als „Teamplayer“. Als solcher will er „die Mannschaft und den Verein entwickeln“.

Schritt für Schritt. Er meint kleine Schritte, keine mit Siebenmeilenstiefeln. Eberl ist 38. Ein junger Sportdirektor also, und darum einer, der noch lernen will und muss. Vorher war er Chef der Gladbacher Nachwuchsabteilung, hier hat er strukturiert, entworfen und organisiert, er hat Marko Marin geholt, der später für 8,5 Millionen Euro nach Bremen ging. Eberl hat gelernt, dass seine Arbeit ganz anders im Fokus steht, seit er „oben“ die sportlichen Geschäfte leitet.

Vor allem in der vergangenen Saison, die er heute „als Delle“ auf dem Weg bezeichnet. Eberl stand im Zentrum des Unmuts, die Kritik an seiner Person war harsch. Man spürte, dass ihn manches getroffen hat. „Es macht mich nachdenklich, wenn die Kritik persönlich wird“, sagt er. Drei Trainer hat er geholt: Hans Meyer, den Retter, der dann ging. Danach Michael Frontzeck, mit dem er ein Gros der aktuellen Mannschaft zusammenstellte.

Dann aber, als Frontzeck keinen Ausweg aus der Krise fand, war er der erste Trainer, den Eberl entlassen musste. Lucien Favre kam. Er rettete und soll nun entwickeln. Stand heute: Borussia ist Zweiter und spielt schön. Eberl weiß aber, dass sich der Wind im Fußball schnell dreht, er hat zu spüren bekommen, dass Trainer Erfolge machen, aber Sportdirektoren Krisen. Er hat Fehler gemacht, aber auch vieles richtig. Seine persönliche Bilanz: „Ich denke, die Tendenz ist positiv."

Quelle: rl

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