Borussia: Eberl: "Gesundheit, Gesundheit und nochmal Gesundheit"
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 26.06.2011 - 09:52Mönchengladbach (RP). Es war 16.55 Uhr am Samstag, als die Borussen die Arbeit im Trainingslager in Bad Wörishofen aufnahmen. Eine Woche werden sie im Unterallgäu weilen, um eine erste Basis zu legen für die neue Saison.
„Es ist eine wichtige Phase“, weiß der Niederländer Roel Brouwers. Auf dem Weg nach Bad Wörishofen hatten sich der Bus der Gladbacher durch die Staus um München gequält. Dorthin waren Sie am Morgen von Düsseldorf aus geflogen. Um 11.25 Uhr war die Reisegruppe gut gelandet und gegen 13 Uhr angekommen im Hotel Steigenberger mitten im Kneippkurort.
Auf dem Trainingsplatz, der ansonsten die Heimat des FC Bad Wörishofen und nur wenige Autominuten vom Hotel entfernt ist, warteten gut 100 Fans. In den neuen hellgrauen Trainingsleibchen mit leuchtend grünen Applikationen an den Schultern (ähnlich, nur etwas dunkler, werden die neuen Auswärtstrikots sein, so ist zu hören) machten sich die Fußballer ans Werk. 14 Grad waren es, ein leichter Wind ging – ein brauchbares Arbeitsklima also.
Erstmal war der Ball im Spiel, bevor Trainer Lucien Favre erste Läufe anordnete. Auf dem Platz jedoch, und noch nicht im nahen Wald. In dem und in einem kleinen Park in der Nähe des Hotels werden die Borussen in den kommenden Tagen die notwendigen Laufeinheiten absolvieren. Am Montag und Dienstag werden sie um 7.30 Uhr unterwegs sein, schon vor dem Frühstück. „Wir machen zwei Tage mit drei Einheiten, die erste ist immer ein Lauf, dann, um 10.15 Uhr, machen wir Kondition mit dem Ball, die dritte Einheit ist um 16.15 Uhr“, beschrieb Favre den „normalen“ Tagesablauf im Lager. Am Donnerstag ist ein Testspiel angesetzt, Gegner wird der Zweitligist Greuther Fürth sein – bei dem die Ex-Borussen Thomas Kleine und Christian Dorda spielen.
Patrick Herrmann kam verspätet am Platz an. Magen-Darm-Probleme hatten den Offensivmann etwas länger im Hotelzimmer festgehalten. „Als ich runter kam, war der Bus weg, ich habe mir dann eine Mitfahrgelegenheit vom Hotel zum Platz besorgt“, berichtete Herrmann, der sich das Zimmer mit Stürmer Mo Idrissou teilt. Nachdem Herrmann dann noch die Schuhe gewechselt hatte, machte er die gesamte Übungseinheit mit. Schließlich gilt es, sich im Trainingslager zu empfehlen, vom ersten Tag an.
„Die Bedingungen sind gut“, versicherte Lucien Favre. Steffen Korell, der das Trainingslager organisiert hat, war einige Zeit vor dem Tross angekommen. Max Eberl, der Sportdirektor, war in Sportmontur mit auf dem Rasen. „Der Platz ist gut, das Hotel ist gut, das Essen ist gut“, befand Eberl. Er wünscht sich in den kommenden Tagen vor allem „Gesundheit, Gesundheit und nochmal Gesundheit“. Nach dem mysteriösen Verletzungspech der Vorsaison soll es dieses Mal weniger Ausfälle geben, hofft Eberl. Das würde auch bedeuten, dass der neue Teamarzt Dr. Stefan Porten, der Nachfolger des verstorbenen Dr. Jens Kühlmorgen ist, nicht gleich als Notfallhelfer einsteigen muss.
Er wird die Zeit in Bad Wörishofen auch nutzen, um intensive Gespräche mit den Spielern zu führen. Zum Beispiel mit Dante, dem Wechselwilligen. „Das Thema ist durch. Er hat seine Ansprüche angemeldet, aber es gibt keine Angebote“, sagte Eberl. Lockere Anfragen gibt es für Michael Bradley, dessen Wechsel zu Aston Villa geplatzt ist, nicht aber etwas Konkretes. Klar ist hingegen, dass Joshua King erst mal kein Borusse wird. King wird am Dienstag an den Adduktoren operiert, danach werden die Gladbacher entscheiden, ob sie den Spieler noch ausleihen von Manchester United. „Wir warten die Ergebnisse ab, dann sehen wir weiter“, sagte Trainer Lucien Favre. Der Markt wird sicherlich sondiert, welche Alternativen es zum Allroundangreifer aus Norwegen geben könnte.
Ab Montag wird auch der Zweitligist Energie Cottbus in Bad Wörishofen sein. Das Team von Claus-Dieter „Pele“ Wollitz bereitet sich ebenfalls in dem 16 000 Einwohner-Ort, in dem der frühere Bayern-Star Franz „Bulle“ Roth ein Sportgeschäft betreibt, vor. Die Borussen dürfte das nicht stören. Favre hat konzentrierte und „intelligente“ Arbeit angekündigt. Ein wenig Zeit für die mitgereisten Fans wird sich das Team wohl auch nehmen. Für Mittwoch ist ein Fan-Abend geplant. Da könnte auch das neue Präsidiumsmitglied Hans Meyer einen Auftritt haben, denn Meyer kommt Dienstag ins Trainingslager. Von Nürnberg aus, wo er lebt, ist es ja nicht allzu weit.
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