Borussia: Eberl: "Wir sind nicht der Bösewicht"
zuletzt aktualisiert: 23.02.2009 - 18:59Durch den Einspruch gegen die Spielwertung der Partie gegen 1988 Hoffenheim (1:1) hat Borussia Mönchengladbach im Zuge der "Doping-Affäre" heftige Reaktionen ausgelöst. Max Eberl stört das, wie Borussias Sportdirektor im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt.
Stefan Effenberg sagt, er würde sich schämen über einen solchen Einspruch. Rudi Völler von Bayer Leverkusen spricht von einem „absoluten Witz” und Dietmar Beiersdorfer vom Hamburger SV wirft Borussia fehlende Solidarität vor. Fühlen Sie sich an den Pranger gestellt?
Eberl: Diese Reaktionen, auf die Schnelle in der Halbzeit eines Bundesligaspiels abgegeben, stören uns schon. Ich denke, meine beiden Kollegen hätten selbst nicht anders reagieren können, wenn es um ihre Klubs gegangen wäre. Alles andere wäre fahrlässig. Außerdem sehen wir uns nicht als den Bösewicht. Wir haben nicht Hoffenheim oder die beiden Spieler angezeigt, sondern der DFB-Kontrollausschuss ermittelt. Ich persönlich als ehemaliger Sportler hoffe von Herzen, dass Andreas Ibertsberger und Christoph Janker nicht für ein Jahr gesperrt werden. Denn ich glaube, dass sie nicht gedopt haben. Und sie sind auch nicht schuld, dass sie zu spät zur Dopingkontrolle gekommen sind, sondern sie waren zur Mannschaftsbesprechung bestellt. Da wäre eine lange Sperre für sie überhaupt nicht angemessen.
Und warum hat Borussia dann Protest gegen die Spielwertung eingelegt?
Eberl: Weil der DFB uns darauf hingewiesen hat, dass wir dies innerhalb 48 Stunden tun müssten, wenn wir eventuelle rechtliche Ansprüche nicht von von vornherein aufgeben wollten. Wir haben uns am Samstag und Sonntag an viele Fachleute gewandt, um eine Einschätzung der Rechtslage zu bekommen. Es gibt keine verlässliche Auskunft. Es ist zwar klar geregelt, dass man unverzüglich zur Dopingprobe erscheinen muss. Aber offensichtlich nicht, was geschieht, wenn dies versäumt wird.
Haben Sie denn eine Vorstellung, wie die Chancen Ihres Einspruchs gegen die Wertung des 1:1 sind?
Eberl: Nein. Weil eben totale Rechtsunsicherheit herrscht. Die muss der DFB jetzt beenden, im Interesse des Fußballs. Klar ist, dass Regeln eingehalten werden müssen, wenn wir, wie das auch alle tun, sauberen Sport wollen.
Ist es denkbar, dass Borussia Mönchengladbach den Einspruch noch zurückzieht?
Eberl: Erst einmal muss die Rechtslage geklärt werden. Dann kann man über alles nachdenken.
O. E. Schütz führte das Gespräch.
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