Borussia Mönchengladbach: Ein Borusse bis zum Schluss
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 13.02.2012Mönchengladbach (RP). Roman Neustädter lieferte gegen seinen künftigen Arbeitgeber ein starkes Spiel ab. Er beschäftige sich noch nicht mit Schalke, betonte der 23-Jährige – vielmehr genießt er die Zeit mit seinen Kollegen in Mönchengladbach.
Er spricht noch deutlich von "wir" und "die Schalker". Jeder, der Fragen nach der Mentalität eines Roman Neustädter hatte, wurde am späten Samstagabend eines Besseren belehrt. Obwohl der Mittelfeldspieler am Saisonende nach Gelsenkirchen wechseln wird, zerriss sich der 23-Jährige für Borussia. Und zeigte gegen Schalke eine sehr starke Leistung.
"Jeder arbeitet mit"
"Ich denke, wir haben ein hervorragendes Spiel abgeliefert", sagte Neustädter mit einem breiten Grinsen. "Wir wussten, wie stark die Schalker sind." Da war es wieder, das "die" – "aber uns ist das sehr gut gelungen". Als Schlüssel zum Sieg sieht Neustädter, reichlich offensichtlich, die starke Defensive der Borussia. Natürlich hat er gesehen, dass sich Schalke nicht eine einzige wirklich Torchance herausgespielt hat. Das Rezept dafür ist nach Neustädters Meinung die Teamarbeit. "Jeder arbeitet im Verbund mit. Die Außen rücken sofort nach innen, alle helfen Havard und mir, weil wir im Mittelfeld bei Ballbesitz des Gegners in Unterzahl sind. Dadurch machen wir es sehr schwer für den Gegner, gegen uns ein Tor zu schießen."
Training und Termine
Angeschlagen Marco Reus, Roman Neustädter, Mike Hanke und Juan Arango waren nach dem Schalke-Spiel leicht lädiert – sie gingen beim Auslaufen am Sonntag nicht mit auf den Platz.
Spiele 1. FC Kaiserslautern – Borussia (Samstag, 18. Februar, 15.30 Uhr); Borussia – Hamburg (Freitag, 24. Februar, 20.30 Uhr)
Ob es das beste Spiel seiner Mannschaft in dieser Saison war? "Wir haben sehr viele gute Spiele abgeliefert", sagt der Noch-Borusse. "Aber ich denke schon, dass die erste Halbzeit ganz weit oben anzusiedeln ist." Neustädter betont, dass er noch keinen Gedanken an seinen künftigen Arbeitgeber verschwende. "Ich habe mich vor dem Spiel nur auf Borussia konzentriert. Und ich wollte das Spiel unbedingt gewinnen. Ab dem Sommer kann ich dann Gedanken an Schalke verschwenden. Aber bis dahin genieße ich jeden Tag hier, weil es so viel Spaß macht, mit diesen Jungs zu spielen."
Trotz aller Freude und trotz der Leistung gegen Schalke – auch für Borussia scheint es noch Dinge zu geben, die verbesserungswürdig sind. "Wir können noch weniger zulassen", sagt Neustädter, was nach nur einer Chance für Schalke schon etwas merkwürdig klingt. "Wir ermöglichen dem Gegner auch noch zu viele Flanken. Aber insgesamt geht es darum, uns weiterentwickeln – wir dürfen nicht stehenbleiben."
Zur Weiterentwicklung gehört für den 23-Jährigen auch, dass seine Mannschaft am kommenden Wochenende in Kaiserslautern gewinnt. "Das wird ein schweres Auswärtsspiel. Wir wissen, wie hart es dort wird. Denn solche Spiele haben wir in dieser Saison schon verloren. Ich hoffe, wir haben daraus gelernt."
Für Neustädter wird es so oder so ein besonderes Spiel. "Ich habe noch nie auf dem Betzenberg gespielt und freue mich drauf." Auch wenn Borussias Mittelfeldmotor in der kommenden Saison nicht mehr in Gladbach spielt – der Rest der Saison wird ein Erlebnis. Für ihn. Und für Borussia.
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