Borussia Mönchengladbach: Ein ganz normales Spiel?
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 11.03.2011Borussias Sportdirektor Max Eberl hält nichts davon, der Partie des Tabellenletzten bei Werder Bremen zu viel Bedeutung zu verleihen. Dabei ist ein Punktgewinn der Mannschaft im Weserstadion lebensnotwendig.
Es gibt so ein paar Begriffe, die kann Max Eberl in dieser Saison nicht mehr hören. Das Unwort des Jahres dürfte für Borussias Sportdirektor offensichtlich "Schicksalsspiel" sein. Wie von einer Tarantel gestochen legt Eberl, darauf angesprochen, los. "Jedes Wochenende aus Neue höre ich, dass wir ein Schicksalsspiel bestreiten", sagt er vor dem Duell seiner Mannschaft bei Werder Bremen (morgen, 18.30 Uhr). Die Partie im Weserstadion sei aber nicht "das" Spiel, sagt er dann – sondern nur "eines". Wenn auch ein Wichtiges. Die Saison sei schließlich noch lang – und auch danach gebe es noch genügend Möglichkeiten, Punkte zu holen.
Bremen gegen Borussia
Termin morgen, 18.30 Uhr im Weserstadion
Tabelle Bremen: 14. Platz /28 Punkte, Borussia: 18. / 22.
Ausfälle Bei Borussia fehlen Igor de Camargo (Innenbanddehnung), Jean-Sebastién Jaurès (Knie) und Mike Hanke (fraglich).
Stetiges Auf und Ab
Nun ist es jedoch so, dass Borussias bisheriger Rückrundenverlauf für eine ständige Schicksalsspiel-Wiederholung geradezu prädestiniert ist. Auf Siege folgen in schöner Regelmäßigkeit Niederlagen, wodurch ein zarter Aufschwung wieder rüder Endzeitpolemik weicht. Und weil Sport eine so herrlich emotionale Angelegenheit ist, werden dabei auch gerne harte Bandagen in der Argumentation ausgepackt – wie eben der Begriff des Schicksalsspiels.
Nüchtern betrachtet nehmen Eberls Worte seine Mannschaft zwar leicht aus der Schusslinie. Die Partien gegen Werder und Kaiserslautern, eine Woche später, sind aber diesmal wirklich richtungweisende Partien für Borussia. Die Statistik spricht gegen den Tabellenletzten. Doch Punkte, bestenfalls zwei Siege aus den Duellen gegen die direkte Konkurrenz, würden das Abstiegsroulette noch einmal völlig neu ins Drehen bringen. Im Gegenzug würden neuerliche Patzer gegen die Nachbarn im Tabellenkeller sehr wohl vorentscheidend im Abstiegskampf sein. Nach einer Länderspielpause wartet dann nämlich das Gastspiel beim FC Bayern. Nicht gerade ein Punktegarant für Borussia. Eberl hält dagegen, verweist auf die "machbaren" Heimspiele gegen Freiburg und Köln, die noch ausstehen.
Einer hält sich bei allen Spekulationen und Wortspielen auffallend zurück. Lucien Favre bedauert höchstens, dass Igor de Camargo leider verletzt ist, sagt, dass er ein intensives Spiel erwarte, dass er sich noch keine Gedanken um die Partien macht, die noch kommen könnten. Und er sagt etwas Auffälliges: Dass Werder Bremen für ihn nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. Mutige Aussage – der Klub ist schließlich gerade einmal sechs Punkte vom Tabellenletzten Borussia entfernt. Mit einem Sieg in Bremen könnte Favre jedoch seine eigenen Worte leicht revidieren. Im "Nicht-Schicksalsspiel" im Weserstadion.
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