Borussia: Ein schönes Geschenk
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 30.11.2009Borussias Innenverteidiger Roel Brouwers hatte am Samstag Geburtstag. Das 1:0 gegen Schalke kam da gerade recht. Der Niederländer und Dante machten hinten gekonnt dicht. Daheim gab es seit 322 Minuten kein Gegentor.
Fussball Eigentlich ist es schöner, frei zu haben an seinem Geburtstag. Doch Roel Brouwers, seit Samstag 28, musste arbeiten, sogar bis in den Abend hinein. Erst um 20 nach Neun war Borussias Spiel gegen Schalke 04 beendet, weil drei Minuten nachgespielt wurden.
"Tja, für meine Party war das natürlich nicht so gut", sagte Brouwers grinsend. Doch das störte ihn nicht, und auch nicht der schmerzende Oberschenkel. Denn "unser 1:0 gegen Schalke ist das schönste Geschenk". Danach machte Brouwers mit seinen Teamkameraden die nach Erfolgen übliche Humba für die Fans – nachdem "die Nordkurve für mich Happy Birthday gesungen hat", erzählte der Schlacks aus Holland.
Stalteri verletzt
Verletzt Paul Stalteri fällt mit einer Innenbanddehnung im Knie aus. Er fehlte schon gegen Schalke. Karim Matmour, Roel Brouwers und Thorben Marx zogen sich beim 1:0-Sieg Prellungen zu. Ihr Einsatz am Freitag in München ist aber wohl nicht gefährdet.
Training Gestern war frei, heute wird um 16 Uhr geübt.
Dantes herrlicher Pass
Er selbst und sein Innenverteidiger-Kollege Dante waren zwei der wesentlichen Faktoren für das fünfte niederlagenlose Spiel am Stück. Brouwers stand, nach zwei leichten Unsicherheiten in der Anfangsphase, sicher und nahm Kevin Kuranyi komplett aus dem Spiel. Der brasilianische Abwehrchef räumte ebenfalls gewohnt resolut hinten ab – und spielte zudem in der 5. Minuten jenen herrlichen 50-Meter-Pass auf Juan Arango, den der Venezolaner wunderbar annahm, um dann mit viel Übersicht dem Torschützen Marco Reus vorlegte.
"Der Pass von Dante war super", fand Brouwers. Dantes Vorvorarbeit bestätigte die mahnenden Worte von Schalkes Trainer Felix Magath, der vorab nicht nur die Defensivqualitäten des Gladbacher Verteidiger-Pärchens gelobt, sondern auch auf dessen Potenzial im offensiven Bereich hingewiesen hatte. Brouwers hatte beim 2:1 in Frankfurt sein drittes Saisontor erzielt, gegen Schalke verfehlte sein Kopfball nach einer Arango-Flanke das Ziel knapp. Dante hatte beim Sieg in Hamburg getroffen und leitet mit seinen öffnenden Pässen immer wieder Angriffe ein.
Brouwers ist der weniger spektakuläre Part des defensiven Duos, taktisch gut geschult, mit optimalem Stellungsspiel. Dantes Spiel ist Aufsehen erregender, er heimste gegen Schalke mehrfach Szenen-Applaus ein. "Wir ergänzen uns gut und geben uns immer gegenseitig Rückendeckung", findet Brouwers. "Wir reden viel miteinander, haben im Training hart an unserem Zusammenspiel gearbeitet. Jetzt greifen die Dinge ineinander", sagte Dante. Mehr als dreieinhalb Heimspiele lang, 322 Minuten, ist Borussia ohne Gegentor, der letzte, der in Gladbach traf, war Dortmunds Barrios – mit einem Distanzschuss. Borussias Strafraum ist ein Sperrgebiet geworden im heimischen Stadion. "Wir geben wenig Chancen weg", sagt Brouwers. Michael Frontzecks Idee von der "Kompaktheit" ist angekommen in den Köpfen der Spieler und auf dem Rasen. "Es war nicht unser schönstes Spiel, aber wir haben gewonnen", war Brouwers zufrieden. Und gefeiert hat das Geburtstagskind auch noch ausgiebig.
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