Borussia Mönchengladbach: Endlich die Nummer 34 werden
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 05.10.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Marco Reus ist unverletzt geblieben beim 0:1 gegen Freiburg. Er ist beim Nationalteam – und Bundestrainer Joachim Löw ist gewillt, ihm entweder in der Türkei oder gegen Belgien sein DFB-Debüt zu bescheren.
Fussball Marco Reus ist schon lange drauf und dran, die Nummer 34 zu werden. Einen so langen Anlauf für ein Debüt im deutschen Team hat keiner der 33 Fußballer gebraucht, die als Borussen zu Nationalspielern wurden. Nun könnte Reus, der das 0:1 in Freiburg unverletzt überstand, rund 16 Monate nach seiner ersten Nominierung, vier Absagen und einer Bank-Episode gegen Brasilien (3:2) tatsächlich und endlich seinen ersten Einsatz bekommen im Team von Joachim Löw.
"Für Marco ist es an der Zeit"
Der Bundestrainer jedenfalls gab gestern auf der Pressekonferenz des DFB bekannt, dass "es für Marco und auch uns alle Zeit ist, dass er seinen ersten Einsatz bekommt". Weswegen Löw offen darüber sinnierte, Reus entweder am Freitag in der Türkei (20.30 Uhr) oder vier Tage später in Düsseldorf gegen Belgien (19 Uhr) spielen zu lassen. "Wann ich spiele, ist egal. Die Hauptsache ist, dass ich überhaupt irgendwann mein Debüt feiere", sagte Reus. Eine Zerrung (Mai 2010), eine Grippe (August 2010) und zweimal Leistenschmerzen (Mai und September 2011) und Löws Entscheidung für andere Einwechselspieler gegen Brasilien im August verhinderten bislang, dass Reus für Deutschland spielte.
Zum 150. Dritter
Jubiläum Borussia kann sich trotz des 0:1 in Freiburg über ein Jubiläum freuen. Der fünfmalige Meister ist zum 150. Mal in der Bundesliga-Geschichte Dritter.
Training Die Borussen haben bis einschließlich heute frei. Morgen üben sie um 10 und 16 Uhr. Freitag um 18 Uhr ist in Dürwiß das Testspiel gegen KAA Gent.
Reus bleibt gewohnt ungerührt ob des anstehenden Erstlings im Adler-Hemd. Ich war ja schon mehrfach da. Und auch wenn es nur zu Behandlung war – man kennt sich ja", sagte Reus. Und gestand immerhin ein, dass er durchaus ein wenig nervös sei. Dass er am Samstag in Freiburg dem Bundestrainer, der Borussias Darbietung beim SC Freiburg in der Badenova-Arena live verfolgte, nicht ein Tor präsentieren konnte, ärgerte den Rotblonden natürlich. Vor allem aber, weil Borussia 0:1 verlor und er dies mit mehr Konsequenz hätte verhindern können.
Dass er möglicherweise gegen die Belgier seinen Gladbacher Offensiv-Kollegen Igor de Camargo auf dem Spielfeld trifft, wäre eine hübsche Randnote dieses Länderspiels. Denn der Brasilianer mit dem belgischen Pass gehört zum Aufgebot der "Roten Teufel". Beiden Borussen und auch den anderen aus der Offensivabteilung ging das Toreschießen zuletzt nicht gerade leicht vom Fuß. In Freiburg hat sich das erstmals gerächt. Zuvor gab es auch viele vergebene Chancen, aber eben drei 1:0-Siege. Nun fehlte ein Tor, um wenigstens einen Punkt mitzunehmen. "Das war ärgerlich", sagte de Camargo.
Er würde nun gern gegen Deutschland erstens spielen, zweitens treffen und drittens gewinnen. Was wiederum dem Kollegen beim Gegner, Marco Reus, nicht gefallen würde. Der hämmerte nach seiner letzten verpassten Chance in Freiburg kräftig auf den Rasen. Ob er am Freitag das Geläuf in Istanbul aktiv betreten wird, bleibt abzuwarten. Bis dahin sind es ja noch ein paar Übungseinheiten, bei denen man sich auch verletzen kann. Gestern beim Training in Mainz passierte nichts.
Joachim Löw teilt die Begeisterung für Reus' Spielkunst mit Lucien Favre, dem Trainer Borussias. "Marco spürt Fußball", schwärmt Favre. Nicht nur darum spürt Löw wohl, dass es an der Zeit ist, dass Reus' Borussias Nummer 34 wird.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum









