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Borussia: Entscheidung für das Warten

VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 27.01.2010

Christofer Heimeroth hat seinen Vertrag bei Borussia bis 2012 verlängert. Der Torwart weiß, dass er die Nummer 2 ist und sein Konkurrent Logan Bailly spielt. "Ich komme mit der Situation klar", versichert der 28-jährige Westfale.

Freud und Leid eines Ersatztorhüters: Christofer Heimeroth in Aktion beim 2:0-Sieg gegen Mainz (oben) und als Bank-Angestellter.  Foto: RPO
Freud und Leid eines Ersatztorhüters: Christofer Heimeroth in Aktion beim 2:0-Sieg gegen Mainz (oben) und als Bank-Angestellter. Foto: RPO

Christofer Heimeroth hat sich für das Warten entschieden. Für das Warten auf die nächste Chance, seinem Job nachzugehen. Er ist Torwart, und diesen Posten gibt es nur einmal in einer Fußballmannschaft. Bei Borussia, wo Heimeroth seit 2006 arbeitet und nun bis 2012 verlängert hat, ist die Sachlage eindeutig: Logan Bailly, der Belgier ist die Nummer eins. Und Heimeroth, 28, der "Mann an der Schwelle", wie der Fußballphilosoph Wolfram Eilenberger den zweiten Torwart nennt.

Es gab Alternativen, Klubs, bei denen Heimeroth vielleicht erster Mann gewesen wäre. "Ich habe mir Gedanken gemacht, was meine Zukunft angeht, und komme mit der Situation klar", sagt er. Fünf Spiele hat er zu Beginn der Saison gemacht, weil Bailly ein Klimagerät den Fuß gebrochen hatte. "Wir haben da ordentlich gepunktet, ich war zufrieden mit meiner Leistung", sagt Heimeroth. Er spielte mit dem Wissen, den Platz räumen zu müssen, wenn der Konkurrent wieder gesund ist. Trainer Michael Frontzeck hat gern klare Verhältnisse, und darum gab es auch in der Torwartfrage kein Pardon.

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"Immer meinen Weg gegangen"

Heimeroth hat seine Rolle akzeptiert. Schwer war es für ihn nur, als er degradiert wurde von Hans Meyer: nach eineinhalb Jahren als Nummer 1 musste er auf die Bank, weil Borussia für die Rückrunde der vergangenen Spielzeit Bailly einkaufte. Der Belgier ist extrovertiert und somit das Gegenteil des 1,94 großen Westfalen. Heimeroth ist keiner fürs Rampenlicht, keiner fürs Spektakuläre. Weswegen ihm viele nachsagen, er sei kein Typ. "Ich bin immer meinen Weg gegangen und habe mich nicht beeinflussen lassen. Wichtig ist, dass es mit dem Team passt", sagt er.

Heimeroth ist im Mannschaftsrat, auch wenn er nur die Nummer 2 ist – oder, netter ausgedrückt, die zweite Nummer 1, wie es Eilenberger nennt. So oder so gilt: "Natürlich will ich spielen, und wenn ich spiele, will ich gut halten", sagt Heimeroth. Das hat Bailly zuletzt in Berlin getan, nach vier Spielen hielt er erstmals wieder die Null und damit einen Punkt fest für Borussia. So gut hat er in der Hinrunde selten gehalten, jedenfalls nicht besser als zuvor Heimeroth. "Das war nicht der alte Logan Bailly", gesteht er. Neuerdings trägt er den Namen seiner Tochter Destiny auf seinen Handschuhen und Fußballstiefeln, das Konterfei seines Kindes hat er sich auch in die Haut stechen lassen. Und gab auch schon den extravaganten Namen seines Sohnes bekannt, der im Mai zur Welt kommen wird: Prince Logan.

Bailly ist ein öffentlicher Fußballer, auch seine Lebenpartnerin Jessica liebt die große Bühne. Heimeroth mag es nicht, wenn nach seinem Privatleben gefragt wird, sagt nur: "Es ist ausgefüllt." Und, dass er es mag, in einer Stadt mit einem Fluss zu leben, Düsseldorf nämlich. Ansonsten gibt es nur Christofer Heimeroth, den Fußballtorwart. Den Mann mit der Nummer 1 auf dem Trikot, der aber die Nummer 2 ist. Heimeroth stellt das nicht in Frage. "Wir sind Konkurrenten und müssen nicht die besten Freunde sein. Aber man muss vernünftig, fair und loyal miteinander umgehen", sagt Heimeroth. Ein zweiter Torwart, der seine Rolle ohne Murren akzeptiert, der geduldig wartet auf seine Chance – auch ein Grund, warum sich Borussia entschieden hat, Heimeroth zu halten.

Quelle: RP

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