Wochen der Wahrheit in Gladbach: Es geht um Borussias Zukunft
VON O. E. SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 18.04.2009 - 10:52Mönchengladbach (RP). Heute bei Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr/LIVE-Ticker), in einer Woche gegen Arminia Bielefeld – zwei wegweisende Bundesliga-Partien für Mönchengladbach. So lange der Klassenerhalt nicht feststeht, sind die Personalplanungen blockiert.
Eigentlich kann es ja nur ein Finale geben. "Doch wir haben jetzt lauter Endspiele vor uns", sagt Borussia Mönchengladbachs Kapitän Filip Daems. Aber nicht um den Titel, sondern ums Überleben in der Fußball-Bundesliga. "Darum müssen wir bis zum letzten Spieltag kämpfen", meint Trainer Meyer. "Da ist jedes Spiel sehr wichtig." Einige aber sind noch ein bisschen wichtiger. Die gegen Mannschaften, die auch gegen den Abstieg kämpfen. Doch genau mit diesen Gegnern hat Mönchengladbach große Probleme.
"So schön der Sieg in Köln auch war – mir wäre lieber, wir hätten dort verloren und dafür gegen Bochum gewonnen", gibt Ex-Kapitän Oliver Neuville zu. Das Heimspiel gegen den Abstiegs-Konkurrenten Bochum verloren, beim Schlusslicht Karlsruhe nur ein 0:0 – deswegen und dazu nach der Heimniederlage gegen Wolfsburg steht Borussia auf dem drittletzten Platz.
Und nun kommen wieder zwei dieser ganz wichtigen "Endspiele": heute in Frankfurt, acht Tage später daheim gegen Bielefeld. "Vier Punkte sind das Mindeste, was wir holen müssen", fordert Neuville, der selbst nur noch sporadisch spielen darf. "Wenn wir in Frankfurt gewinnen, haben wir einen mehr, den wir noch einholen können."
Doch da gibt es einen gravierenden Unterschied. Die Eintracht hat zwar nur vier Heimspiele gewonnen, aber alle gegen Mannschaften, die derzeit unter ihr stehen: Hannover, Bochum, Cottbus und Karlsruhe; dazu kommt ein 1:1 gegen Bielefeld. Borussia hat zu Hause nur Karlsruhe und Hannover geschlagen, gegen Frankfurt, Cottbus und Bochum verloren. "Eigentlich ist Eintracht eine Mannschaft, die mit uns auf Augenhöhe ist. Doch die sechs Punkte mehr, die sie hat, sind schon Welten", erklärt Hans Meyer.
Er trifft heute auf den Kollegen, den Borussia 1999 nach dem ersten Abstieg eigentlich als Trainer haben wollte: Friedhelm Funkel. "Wir waren einig, aber leider habe ich vom MSV Duisburg keine Freigabe erhalten", sagt der 55-Jährige, der als zehnjähriger Neusser schon Borussen-Fan war. Funkel musste bleiben, Hans Meyer kam stattdessen und stieg 2001 mit Gladbach auf.
Jetzt soll der 66-Jährige Borussia vor dem dritten Abstieg bewahren. Sportdirektor Max Eberl wäre es am liebsten, wenn möglichst bald Klarheit herrschte. Denn er hat zwar Leute, die er für die nächste Saison holen möchte. "Doch so lange nicht klar ist, in welcher Liga wir spielen, ist es schwer, etwas perfekt zu machen, abgesehen davon, was an Geld zur Verfügung steht", klagt Eberl, der zweigleisig planen muss. Und immer noch hofft, Marko Marin selbst nach einem Abstieg halten zu können, statt neben Baumjohann noch den zweiten Mann mit fußballerischem Glanz zu verlieren.
Mit Interesse hat Borussia übrigens vernommen, dass Eugen Polanski trotz seiner starken Saison beim spanischen Erstligisten FC Getafe zurück nach Deutschland will. "Doch darüber könnten wir erst reden, wenn wir wissen, wo wir spielen", sagt Eberl. Ablösefrei wie bei seinem Weggang im Sommer ist der Ex-Borusse nicht mehr.
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