Borussia Mönchengladbach: Es wäre das perfekte Debüt für Reus gewesen
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 29.03.2011Es gibt immer einen perfekten Moment. Heute wäre einer gewesen für Marco Reus. Deutschland spielt im Borussia-Park, der seine berufliche Heimat ist, gegen Australien. Es wäre der richtige Rahmen gewesen für sein Debüt im Team des Deutschen Fußball-Bundes.
Zweimal hatte Bundestrainer Joachim Löw den Rotblonden nominiert, zweimal musste Reus absagen, weil er angeschlagen war. Nun ist er fit – hat aber keine Einladung bekommen. Und das, obwohl Löw in diesem Spiel "jüngeren Kräften, die sich in der Bundesliga in den Blickpunkt gespielt haben", eine Chance geben will.
Was hätte das für eine Geschichte werden können: Reus debütiert, und wie die Dinge so laufen im Fußball, hätte er womöglich ein Tor erzielt. Dass der eine oder andere Borussen-Fan extra gekommen wäre, um mal wieder einen Gladbacher Nationalspieler zu sehen – Reus wäre der 34. in der Klubgeschichte – wäre eventuell ein netter Nebeneffekt der Nominierung gewesen. Eine Berufung als Marketing-Aktion ist aber Löws Sache nicht.
Ein Borusse, der sein DFB-Debüt im Borussia-Park gab, war damals, am 8. Juni 2005 beim 2:2 gegen Russland, noch Wolfsburger: Mike Hanke. Die Einzigen, die bislang als Borussen im Borussia-Park für Deutschland spielten, sind Marcell Jansen, der Lürriper, und Oliver Neuville.
Das war beim 3:0 gegen Kolumbien am 2. Juni 2006, kurz vor dem Sommermärchen also. Neuville hat inzwischen seiner Karriere beendet, Jansen gehört wie Reus nicht zum DFB-Aufgebot. "Marco ist ein großes Talent, er hat gezeigt, was er kann. Natürlich wäre es schön gewesen, wenn Marco dabei gewesen wäre. Aber er wird über kurz oder lang dabei sein", sagt Borussias Sportdirektor Max Eberl.
So wird Reus heute um 10 Uhr auf dem Trainingsplatz stehen und sich mit seinen Mönchengladbacher Kollegen auf das Spiel am Samstag beim FC Bayern München vorbereiten, statt mit dem Nationalteam im Düsseldorfer Hyatt-Hotel auf das Treffen mit den "Socceroos" zu warten. Geht es nach Abwehrmann Dante, wird das Spiel in München die erste von sieben Partien sein, in denen die Borussen zeigen: "Wir leben noch." Bei den Bayern "ist alles drin. Nur ein Sieg dort muss unser Ziel sein". Ein Dante, ein Wort.
Auch Marco Reus glaubt pflichtbewusst an die Rettung. Er wird sich heute das Länderspiel anschauen, natürlich. Vielleicht wird er ein wenig wehmütig sein, und daran denken, dass er hätte dabei sein können. Ähnlich könnte es dem künftigen Borussen Mathew Leckie gehen, der nicht nominiert wurde von Australiens deutschem Trainer Holger Osieck.
Auch für Leckie, der ab dem 1. April mit den Borussen trainieren wird, wäre es ein perfektes Debüt im A-Team gewesen. Wäre. Siehe Marco Reus.
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