Borussia: Ex-Borussen ärgern Gladbach
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010Der frühere Gladbacher Bo Svensson schoss bei der 0:1-Niederlage des Teams von Michael Frontzeck in Mainz das Siegtor für seine Mannschaft. Auch Eugen Polanski machte ein gutes Spiel.
Michael Bradley war gar nicht amüsiert. Eugen Polanski hatte bei Schiedsrichter Knut Kircher angeregt, Borussias Amerikaner eine Gelbe Karte zu zeigen. Das jedenfalls hatte Bradley vermutet und sich Polanski verbal zur Brust genommen. "Das hat Michael in den falschen Hals gekriegt. Ich habe dem Schiedsrichter gesagt, er hätte Vorteil gelten lassen sollen", klärte Polanski auf. Ein wenig passte das zum Spiel: Bradley wie Polanski waren engagiert, doch eher glücklos, sodass Polanski mit dem FSV Mainz 05 1:0 gewann.
Polanskis bestes Spiel für Mainz
Der Ex-Gladbacher war ein Aktivposten in einer insgesamt nicht überzeugenden Mainzer Mannschaft. Er holte sich viele Bälle, verteilte sie mit Übersicht und war aggressiv im Zweikampf. "Es war mein bestes Spiel für Mainz", fand Polanski. Der Vergleich mit dem Klub, der von 1994 bis 2008 seine sportliche Heimat war, habe ihm das Extra an Motivation gegeben, das diese Leistung möglich machte.
Da im modernen Fußball die Spiele nicht selten in der defensiven Mitte entschieden werden, war Polanski, als "Sechser" nicht überragend, aber sicher und gründlich, einer der Faktoren für den Mainzer Erfolg. Bradley und Thorben Marx, die auf der anderen Seite vor der Abwehr spielten, fehlte gestern die gewohnte Sicherheit, vor allem, wenn es darum ging, geordnete Angriffe einzuleiten.
Marx unterliefen in der Vorwärtsbewegung einige Ballverluste, die dem sonst zu unkreativen Gegner unnötig Räume für seine seltenen Angriffe boten. Borussia hatte das Spiel zwar weitgehend im Griff, doch fehlte die letzte Konsequenz.
Das, und die Tatsache, dass neben Polanski ein weiterer Ex-Borusse Entscheidendes vollbrachte, war ärgerlich für die Gladbacher, auch wenn Roel Brouwers versicherte: "Es ist egal, wer die Tore macht."
Bo Svensson, der von Februar 2006 bis Juli 2007 in Gladbach angestellt war, staubte in der 44. Minute ab, nachdem Marco Reus über den Ball getreten hatte, und schaffte damit das einzige Tor des Tages. Es sei ein besonderes Gefühl gegen den alten Verein zu treffen, so Svensson. Genugtuung verspürte er indes nicht: "Wichtig ist, dass wir die drei Punkte haben."
So recht verdient sei der Mainzer Erfolg nicht, gestand der Däne, der sein erstes Tor für Mainz im 34. Liga-Einsatz schaffte. Damals bei Borussia hatte er gleich im zweiten Spiel getroffen. Die Leistung der Gladbacher nun in Mainz, die imponierte ihm. "Sie haben eine richtig gute Mannschaft und stark gespielt", fand er.
Stark spielen müssen die Borussen am Freitag gegen Nürnberg auch, wenn sie gewinnen wollen. Das Hinspiel ging 0:1 verloren, das Tor schoss Peer Kluge. Der ist, wie Svensson, ein Ex-Borusse. Gladbachs Glück: Kluge ist zum FC Schalke gewechselt. Das Problem: Mit Thomas Broich gibt es noch einen Ex-Gladbacher beim "Club".
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