Borussia Mönchengladbach: Favre gehen die Stürmer aus
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 18.04.2011Borussia verlor beim 0:1 in Mainz nicht nur das Spiel, sondern auch Mike Hanke. Der sah Gelb-Rot und fehlt Samstag gegen Dortmund. Auch Igor de Camargo fällt weiter aus. Trainer Lucien Favre muss tüfteln.
Es tat weh, auch noch am Tag danach. Filip Daems, Borussias Kapitän, sagte das unumwunden und schaute entsprechend traurig drein. Das 0:1 beim FSV Mainz 05, diese Niederlage in einem Spiel, "das wir eigentlich gewinnen wollten", wie Martin Stranzl berichtete, hat den dritten Abstieg der Borussen wieder ein Stück wahrscheinlicher gemacht.
Und wieder einmal haben die Borussen erfahren, wie nah Hochgefühle und tiefe Traurigkeit im Abstiegskampf beisammen liegen. Vor allem Mike Hanke. Beim 5:1 gegen Köln war er der gefeierte Dreifach-Vorbereiter, nun sorgte die Gelb-Rote Karte, die er sich einhandelte, dafür, dass zarte Auftrieb, den die Borussen in Halbzeit zwei spürten, dahin war. Was folgte war eine Abwehrschlacht, die am Ende verloren ging, weil André Schürrle ein Geniestreich gelang.
Was vom Tage übrig bleibt: Null Punkte, viel Ärger über die seltsam anmutenden Pfiffe des Schiedsrichters Deniz Aytekin und ein Stürmer weniger. Denn Hanke, der frühere Schalker, wird am Samstag gegen Dortmund fehlen. Womit die gerade von Trainer Lucien Favre installierte Zweisamkeit des Blondschopfs im Sturmzentrum mit Mo Idrissou gleich wieder vorbei ist. Igor de Camargo wird nicht einspringen können, zumindest rechnet Lucien Favre nicht mit seinem brasilianischen Angreifer. "Es wird wohl nicht reichen", sagte Favre.
In Mainz schickte er im Zuge der Schlussoffensive den langen und daher kopfballstarken Verteidiger Roel Brouwers in die Spitze. Der Niederländer hatte in der vergangenen Saison sieben Tore erzielt, doch dürfte er gegen den BVB eher nicht die erste Alternative sein für den Angriff.
Möglich, dass Favre ohnehin gegen das spielfreudige Mittelfeld des Tabellenführers auf einen dritten Sechser setzt, und vorn Mo Idrissou einzige Spitze ist. Oder Favre beordert Marco Reus in die Doppelspitze und lässt Patrick Herrmann oder Karim Matmour auf dem Flügel spielen. Wie auch immer: Borussia ist zur Offensive gezwungen. "Wir müssen das aber intelligent machen, sonst wird es problematisch gegen Dortmund", weiß Favre, der tüftlen muss.
Mike Hanke, der Ex-Schalker, hätte natürlich gern gespielt gegen Dortmund, und hätte auch gern dazu beigetragen, den Erzrivalen der Schalker zu besiegen. Das müssen seine Kameraden nun ohne ihn tun. Was ihm nach dem Spiel in Mainz den Schlaf raubte.
"Ich habe mir viele Gedanken gemacht, was ich hätte besser machen können. Vielleicht hätte ich nicht in den Zweikampf mit Polanski gehen sollen. Aber ich wollte den Ball erobern", sagte Hanke, der nach dem Schlusspfiff den sozusagen pädagogischen Platzverweis, den Aytekin angesichts "der Summe der Fouls" aussprach, als "absolut lächerlich" empfand. Sie tat halt weh, diese Niederlage, einmal mehr.
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