Unterwegs mit Borussia: Favre: Kritik, Lob und ein freier Nachmittag
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 01.07.2011 - 15:47Es war fast vorbei, das Morgentraining am Donnerstag, als ein sintflutartiger Regenschauer hinabstürzte auf Bad Wörishofen. Die Borussen waren fast durch mit dem Training, aber eben nur fast. Patschnass kehrten sie gegen 12.15 Uhr ins Hotel zurück.
Es war die erste und letzte Arbeitseinheit des Tages, am Nachmittag gönnt Trainer Lucien Favre den Seinen einen freien Tag. Nur Marco Reus, Oscar Wendt, Havard Nordtveit, Matthias Zimmermann, Lukas Rupp und Marc-André ter Stegen, die erst seit Montag im Trainingslager sind, müssen nochmal auf den Übungsplatz.
„Alle haben gut gearbeitet und hatten Spaß, etwas zu machen“, lobte Favre die Fußballer, die am Donnerstagabend 1:2 gegen den Zweitligisten Greuther Fürth verloren hatten. Zufrieden war Favre mit der Darbietung im ersten Testspiel nicht, auch wenn er weiß: „Wir im Trainingslager sind und erst seit einer Woche arbeiten.
Fürth ist seit dem 6. Juni in der Vorbereitung, sie fangen in zwei Wochen mit der Saison an. Wir haben einen Mischung ausprobiert, aber es waren viele junge Spieler dabei, und die meisten haben so noch nicht zusammen gespielt.“ Daher gab es wenig Automatismen, „zu wenig Technik, zu viele Ballverluste und nur eine halbe Torchance“, sagte Favre.„Das war zu wenig.“
Niklas Dams (muskuläre Probleme), Thorben Marx (Wade) und Christofer Heimeroth (Oberschenkel) brachten leichte Blessuren aus Heimstetten, wo das erste Testspiel der Vorbreitung war, mit. Alle drei waren aber im Training dabei. Es wurde nicht nur mit dem Ball gearbeitet, sondern auch Gewichte gestemmt. 40 Kilogramm mussten die Borussen in die Höhe wuchten, Athletiktrainer Chris Weigl gab die Anweisungen.
Eine Hörprobe zum Nachlesen: „Okay, Männer, wir machen noch drei Wiederholungen, dann ist der Partner dran, dann drei Wiederholungen, dann der Partner. Wenn alle sechs Wiederholungen haben, macht jeder sechs Sprünge“, sagte Weigl. Sportdirektor Max Eberl hatte indes das Telefon am Ohr. Es gab etwas zu regeln. Während die Borussen am Donnerstagmorgen trainierten, kam gegen 10.45 Uhr aus der Heimat die Nachricht, dass sie einen Kollegen weniger haben. Karim Matmour, der wegen einer Nasenoperation im Trainingslager fehlte, wechselt zu Absteiger Eintracht Frankfurt. Der Algerier hat nicht viele Spuren hinterlassen, nur vier Tore erzielte er in 77 Erstliga-Einsätzen.
Bei Favre war er nur zweite Wahl und einigermaßen perspektivlos. Daher wagt er den Neubeginn in Frankfurt. Michael Bradley würde Borussia auch gern verlassen, doch nachdem Aston Villa den eigentlich schon abgemachten Wechsel hat platzen lassen, fehlt es an Anfragen. „Wenn Michael bleibt, ist das okay“, sagte Favre. Doch erst mal spielt der Amerikaner in seinen Planungen keine Rolle. Positiv beurteilte der Trainer die Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, die mit dabei sind im Trainingslager.
„Julian Korb, Alexander Bieler, Niklas Dams, Dennis Dowidat und Janis Blaswich haben es sehr gut gemacht“, sagte Favre, als er in der Lobby des Mannschaftshotels das Trainingslager bilanzierte. Der Australier Mathew Leckie arbeite sich „ganz langsam“ an das Team heran. Deswegen, aber auch, weil alle Spieler in dieser Woche gut mitgezogen haben und sich bis auf Igor de Camargo, der wegen seiner Knieprobleme (Reizung am Innenband) dosiert trainieren muss, „bin ich mit dem Trainingslager zufrieden“.
Gleichwohl weiß der Trainer, dass noch viel Arbeit ist, bevor er das Team hat, wo er es haben will. Samstag um 8.30 Uhr ist die letzte Trainingseinheit in Bad Wörishofen, um 14 Uhr, auf dem Rückweg nach Mönchengladbach, das zweite Testspiel beim Drittligisten Heidenheim. Darum werden sich die Borussen am freien Nachmittag wohl eher Ruhe gönnen, als große Aktion zu machen. Das Wetter in Bad Wörishofen ist ohnehin nicht sehr einladend. Dunkle Wolken hängen am Himmel, es regnet immer wieder.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum









