Borussia Mönchengladbach: Favre sucht Herrmann-Ersatz
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 20.02.2012Borussia Mönchengladbach (RP). Der Flügelspieler schoss erst das 1:0, brach sich dann aber beim 2:1 in Kaiserslautern das Schlüsselbein. Am Sonntag wurde er in Düren operiert. Der 21-Jährige wird sechs bis acht Wochen fehlen.
Viele Kollegen waren schon auf dem Heimweg, als Havard Nordtveit gestern im Borussia-Park vorfuhr. "Ich war in Düren im Krankenhaus. Ich habe ein MRT machen lassen, um zu sehen, ob etwas mit meinem Fuß ist. Es ist alles okay", sagte der Norweger. Patrick Herrmann kam beim 2:1 in Kaiserslautern nicht so gut weg. Der 21-Jährige wurde am Sonntag im Dürener Hospital operiert.
Erst hatte er das 1:0 für Borussia erzielt, dann verletzte er sich schwer beim Zusammenprall mit Florian Dick. "Schlüsselbein durch", teilte Herrmann Samstagabend via Facebook mit. Sechs bis acht Wochen wird der Flügelspieler fehlen. Damit ist der zarte Traum, für das Frankreich-Spiel ins DFB-Aufgebot berufen zu werden, vorbei.
Stranzl und Marx
Martin Stranzl fehlte in Lautern wegen einer Kapselverletzung. "Es geht schon viel besser, die Flüssigkeit ist weitgehend raus. Ich laufe morgen, wenn der Fuß nicht reagiert, steige ich Dienstag ins Training ein", sagte der Österreicher. Thorben Marx will nach seiner Innenbanddehnung ebenfalls heute proben und morgen (10 und 16 Uhr) wieder mitüben.
Lucien Favres fantastisches Offensiv-Quartett (Herrmann, Arango, Hanke, Reus) , dem in Lautern der grippekranke Mike Hanke fehlte, ist somit langfristig gesprengt. Favre, der Tüftler, wird sich schon seine Gedanken gemacht haben, wie er Herrmanns Ausfall auffangen kann.
Doch er weiß auch, dass der Verletzte ihm sehr fehlen wird. "Es ist sehr schade für uns und für Patrick", sagte Marc-André ter Stegen. Er selbst hatte Glück in Kaiserslautern. Beim Aufwärmen war ihm auf dem löchrigen Rasen der Ball ins Gesicht gesprungen und er war zu Boden gegangen. "Der Platz war schlecht. Es war aber kein Problem, ich war fit", sagte ter Stegen.
Favre hofft jetzt natürlich, dass Mike Hanke schnell seine Grippe auskuriert hat. Hanke fehlte in Kaiserslautern, wurde dort aber durch Igor de Camargo gut vertreten. "Für mich war es wichtig, mal wieder über 90 Minuten zu spielen", sagte de Camargo, der mit einem feinen Pass Herrmanns 1:0 einleitete, und auch am 2:0 durch Juan Arango beteiligt war. Spielen Hanke und de Camargo am Freitag gegen den Hamburger SV, könnte Marco Reus, wie nach Herrmanns Verletzung in Kaiserslautern, auf den rechten Flügel wechseln. Doch ist Reus im Zentrum des Sturms ausgesprochen wirkungsvoll, schoss er doch schon 13 Tore. Daher wird Favre möglicherweise eine Alternative für die Außenbahn erdenken.
Die könnte Alexander Ring sein. Der beidfüßige Finne ist schnell und war in den Testspielen torgefährlich. Allerdings ist Ring noch ohne Bundesligaerfahrung. Gleichwohl spielte er mit HJK Helsinki, seinem Ex-Verein, schon im Europapokal. Gestern trottete er mit einem bandagierten Unterschenkel vom Platz. "Nichts", antwortete er aber auf die Frage, was mit dem Bein sei. Ist es so, wäre er vielleicht eine Alternative für Freitag. Oder eben Mathew Leckie, der sich in Kaiserslautern jedoch schwer tat.
Patrick Herrmann zeigte derweil den Gladbach-typischen Pragmatismus: "Drei Punkte geholt, weiter geht's", postete er bei Facebook. Nur, dass er derzeit nicht von Spiel zu Spiel denken kann. "Er soll sich in Ruhe auskurieren und dann ganz schnell zurückkommen", sagte Marc-André ter Stegen.
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