Borussia Mönchengladbach: Favre tüftelt an der richtigen Mischung
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 04.03.2011Lucien Favre ist ein Tüftler. Manche sagen Borussias Trainer sogar nach, zuweilen zaudernd zu sein, wenn er Entscheidungen trifft.
Nach dem Spiel gegen Schalke, das seine Gladbacher Mannschaft nach einer schmucken Leistung 2:1 gewann, hat er auch überlegt, ob er etwas ändern solle. Er tat es nicht und so wurden aus den Schalke-Besiegern Wolfsburg-Verlierer.
"Es war logisch, dass ich nach dem Schalke-Spiel nichts ändere. Jetzt ist es aber anders, es ist möglich, dass es ein paar Wechsel gibt", sagt Favre nach dem tristen 1:2 in Wolfsburg und vor dem zweiten Heimspiel unter Favres Regie gegen 1899 Hoffenheim.
Denn in Wolfsburg, das monierte Sportdirektor Max Eberl nachher, habe nicht jeder Borusse sein Potenzial abgerufen, der eine oder andere sei gar ganz weggebrochen. Einer, der gute Chancen hat, morgen von Beginn an dabei zu sein, ist wohl Tony Jantschke. Elf Bundesligaspiele hat der 20-Jährige bislang gemacht, und immer war er die Zuverlässigkeit in Person.
Die, so ist zu vermuten, darf er am Samstag als Rechtsverteidiger nachweisen anstelle von Tobias Levels. Doch ist Jantschke einer jener Spieler, die Favre als "polyvalent" bezeichnet. Einer also, der gleich mehrere Positionen spielen kann. So könnte Jantschke auch als Ersatz für Havard Nordtveit herhalten, wenn der Norweger, der in dieser Woche krank war, ausfällt. Weitere Alternativen für den Job vor der Abwehr: Thorben Marx und Michael Fink. Ob Logan Bailly im Tor stehen kann, wird sich, wie bei Nordtveit, kurzfristig entscheiden. Vorn dürfte Igor de Camargo zweiter Stürmer neben Mo Idrissou sein. Marco Reus würde dann auf rechts rücken und dort Patrick Herrmann ablösen.
Favre hat zuletzt viel mit den Spielern gesprochen, die weniger im Einsatz waren. Mit Jantschke eben, aber auch Jens Wissing und Sebastian Schachten. Und dem blutjungen Julian Korb hat er sich im Training angeschaut, dreimal hat der 18-Jährige aus der U23 mitgeübt bei den Profis. Favre sichtet also konkret die Alternativen. "Ich muss die beste Mischung finden, das beste System für diesen Kader", sagte Favre. Und: "Es braucht noch Zeit." Favre ist zwar ein Taktiker, aber kein Druide, der einfach mal einen Zaubertrank braut, der dann dafür sorgt, dass "wir nur noch unser gutes Gesicht zeigen". Daran, sagt Favre, müsse er arbeiten.
Nun drängt die Zeit aber, was die Punkte angeht. Drei davon sollen her morgen gegen Hoffenheim. Die Mängel, die Favre in Wolfsburg bei der Balleroberung ausgemacht hat, müsse sein Team abstellen, sagt der Trainer. Aspekte wie dieser sind unabhängig vom Personal. "Wir kämpfen weiter", steht auf der Titelseite des Fohlenechos zum Spiel. Dieses Motto plus den Mut, "auf Sieg zu spielen" soll die für den Erfolg nötige Leistung ergeben. "Jedes Spiel ist anders", sagt Favre. Ähnlich wie in Wolfsburg wäre auch schlecht. Ähnlich wie Schalke wäre hilfreich.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum









