Borussia Mönchengladbach: Favres Schweigen, Leckies Unterschrift
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 25.03.2011Borussia hatte ein Ziel. Der Bundesligist wollte nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Nun ist er nach dem 0:1 gegen Kaiserslautern und vor dem Klassiker beim FC Bayern gefühlter Bald-Zweitligist.
Seit dem 13. Spieltag sind die Gladbacher Letzter, daran hat auch der Trainerwechsel von Michael Frontzeck zu Lucien Favre nichts geändert. Wenn es darauf ankommt, dann versagen die Borussen regelmäßig. Sportdirektor Max Eberl sprach nach der Niederlage gegen Lautern von einem "Kopfproblem". Es ist aber auch eine Qualität, im richtigen Moment das Richtige zu tun.
Nun ist es an Lucien Favre, an dieser und den anderen Baustellen im Team zu werkeln. Seit fast sechs Wochen forscht der Schweizer nach dem Weg zum neuen Ziel, das Relegation heißt. Am 19. und 25. Mai sind die beiden Endspiele gegen den Abstieg (jeweils 20.30 Uhr). Zunächst hat der Drittletzte der Bundesliga Heimrecht, dann der Dritte der Zweiten Liga. Derzeit sind es fünf Punkte, die Gladbach vom Relegationsrang trennen.
Favre möchte sich nicht dazu äußern, ob das Team, das er von Frontzeck übernommen hat, die Qualität hat, sich noch zu retten. "Über die Qualität will ich nicht sprechen, dazu möchte ich nichts sagen", sagt der Trainer. Möglich, dass er zu diesem Zeitpunkt, da er offiziell noch daran glaubt, dass "wir es schaffen", nicht über das Team sowie dessen Zusammensetzung und Möglichkeiten richten will.
Er denke nur an das nächste Spiel, versichert Favre (und schließt aus, dass in München der junge Marc-André ter Stegen sein Debüt gibt). Neben dem Tagesgeschäft dürfte ein akribischer Arbeiter wie Favre aber durchaus schon an die neue Saison denken. In dieser kann er möglicherweise nicht mit Dante planen. Der Abwehrmann ließ nun verlauten, er wolle nicht in der Zweiten Liga spielen. Mathew Leckie ist dann in jedem Fall dabei, der Australier unterschreibt heute seinen Vertrag.
Der Kontrakt von Verteidiger Roel Brouwers läuft noch bis 2012, der Niederländer will ihn erfüllen. Heute, beim Testspiel in Tegelen gegen Emmen (15 Uhr), wird Brouwers 90 Minuten spielen, wie viele, die zuletzt nur Ersatz waren. "Das tut mal wieder gut", sagt Brouwers. Er will die Partie gegen den holländischen Zweitligisten aber nicht als vorzeitigen Testlauf für die Zweite Liga verstanden wissen. "Wir haben noch eine Chance", sagt er. Man muss ja Ziele haben.
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