Borussia Mönchengladbach: Favres Verteidiger-Puzzle
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 15.08.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Roel Brouwers sah beim 1:1 gegen Stuttgart Gelb-Rot. Auch Martin Stranzl wird gegen Wolfsburg am Freitag noch fehlen. Alternativen für den Platz an Dantes Seite: Havard Nordtveit und Filip Daems.
Roel Brouwers wusste, was kommt. Kaum hatte er sich nach der Tat wieder aufgerafft, drehte der lange Niederländer ab und marschierte in Richtung Außenlinie. Brouwers hatte in einem Zweikampf den Stuttgarter Martin Harnik nebst Ball berührt, der Schwabe war zu Boden gegangen. "Das Laufduell hätte ich nicht gewinnen können, wir gingen beide zum Ball", erinnerte sich Brouwers an die Szene in der 80. Minute, die ihm die Gelb-Rote Karte einbrachte. 1:1 stand es da zwischen Borussia und dem VfB, dabei blieb es auch.
Stranzl fällt weiter aus
Brouwers' Aktion verhinderte möglicherweise die Führung der Gäste, bereitet aber seinem Trainer Lucien Favre nun eine Denksportaufgabe: Wer soll am Freitag gegen Wolfsburg verteidigen? Eine Frage, die vergangene Saison ein Klassiker war, da fielen die Defensivspieler gleich reihenweise aus. Nun muss Favre eine neue Innenverteidiger-Konstellation zusammenpuzzlen. Brouwers ist gesperrt, Martin Stranzls Wade ist noch nicht richtig heil. Der Österreicher rechnet damit, frühestens gegen Schalke wieder spielen zu können. Gegen Stuttgart zog Favre Havard Nordtveit aus dem defensiven Mittelfeld zurück, um fortan an der Seite von Dante zu arbeiten. Thorben Marx ersetzte den Norweger auf der "Sechs".
Idrissou in Glasgow
Probetraining Mo Idrissou zeigt sich ab heute zwei Tage im Training von Celtic Glasgow. Der Stürmer spielt bei Borussia keine Rolle mehr und soll verkauft werden.
Jubiläum Daems' Treffer in der 67. Minute resultierte aus dem insgesamt 250. Erstliga-Elfmeter der Gladbacher, es war der 193. Treffer – acht davon erzielte Daems.
Eine zweite Option ist Filip Daems, der gegen Stuttgart per Elfmeter zum 1:0 traf. Neuling Oscar Wendt könnte Daems hinten links vertreten. Favre mochte sich noch nicht festlegen, wie er das Verteidigerproblem lösen will. Der Schweizer wird im Training tüfteln, welche Variante die passende für Wolfsburg ist. Für Brouwers, der nur zwei Fouls beging in dieser Partie, ist es "schade, dass ich jetzt aussetzen muss". Er hatte schon in München beim Sensationssieg stark gespielt, und auch nun gegen Stuttgart ordentliche Arbeit abgeliefert als Stranzl-Vertreter. Sein Foul indes hatte einen Ursprung in einer ungeschickten Aktion des jungen Lukas Rupp, der Brouwers in die Bredouille brachte.
So war es wie beim 1:1 durch Cacau (71.), vor dem Mike Hanke einen Ball an der Außenlinie wieder verlor, ein unnötiger Fehler der Borussen, der Stuttgart einen Vorteil verschaffte. Nach den jeweiligen Ballverlusten fehlte die sonst weitestgehend gute Ordnung. "Unnötig" sei der Ausgleich gewesen, da waren sich die Borussen einig.
Dass der VfB nur einmal traf, war auch erneut ein Verdienst von Marc-André ter Stegen. Der 19-Jährige wehrte einige gefährliche Versuche der Stuttgarter ab und behielt stets die Ruhe, beim 1:1 war er ohne Chance. "Wenn man 1:0 führt und nicht gewinnt, könnte man sagen, man hat zwei Punkte verloren. Wenn man aber in den letzten zehn Minuten in Unterzahl das 1:1 hält, könnte man auch sagen, man hat einen Punkt gewonnen", resümierte Roel Brouwers. So oder so: Für ihn war es kein schöner Tag.
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