Borussia Mönchengladbach: Favres Wechsel greifen
VON THOMAS GRULKE - zuletzt aktualisiert: 22.08.2011Mönchengladbach (RP). Beim 4:1-Erfolg über den VfL Wolfsburg musste Borussias Trainer zwei Positionen in der Defensive neu besetzen. Thorben Marx und Havard Nordtveit erledigten ihre Aufgaben souverän, die Kompaktheit blieb erhalten.
Fussball Es ist das Pech der Defensivspezialisten. Begeistert der Angriff mit schönen Toren und mitreißendem Offensivfußball, geht die Leistung der unauffälligen Arbeiter im Team in den allgemeinen Lobeshymnen zumeist ein wenig unter. Thorben Marx könnte es am Freitag beim 4:1-Erfolg der Borussia gegen den VfL Wolfsburg so ergangen sein. Der 30-Jährige machte beim berauschenden Sieg über die Wölfe wie die Spieler der Abteilung Attacke einen guten Job, großes Aufsehen um seine eigene Leistung im Anschluss aber nicht.
Zuletzt im März in der Startelf
"Wir haben uns in einen kleinen Rausch gespielt, im Moment läuft es einfach. Und wir hoffen, dass wir diesen Lauf noch eine Zeit lang aufrechterhalten können", sagte Marx. Am liebsten würde er dabei weiterhin eine der elf möglichen Hauptrollen spielen. Erstmals seit dem 1:1 in Bremen am 12. März stand Marx wieder in der Startformation der Gladbacher. Er rückte für Havard Nordtveit (21) ins zentrale Mittelfeld, da der Norweger den gesperrten Roel Brouwers in der Innenverteidigung vertrat.
1,8 Punkte im Schnitt
Spitzenreiter Unter Lucien Favre gab es 27 Punkte in 15 Spielen. Damit ist er aktuell der Borussen-Trainer mit der besten Punkteausbeute (1,8) vor Hennes Weisweiler (1,74) und Udo Lattek (1,72).
Training Morgen um 16 Uhr. Dann sollen auch wieder Martin Stranzl und Igor de Camargo auf dem Platz stehen.
Es waren Umbesetzungen auf Schlüsselpositionen, die sich aber keineswegs negativ im Gladbacher Spiel bemerkbar machten. Das sah in der Hinrunde der Vorsaison noch anders aus. Damals hatte Borussia im Defensivverbund aufgrund vieler Verletzungen ebenfalls häufig wechseln müssen, was Unsicherheit und Unordnung zur Folge hatte. Auch jetzt gab es im vierten Pflichtspiel der Saison die dritte Innenverteidigung – die Kompaktheit, die das Team unter Lucien Favre seit jeher auszeichnet, blieb bestehen. "Havard und Thorben haben gut gespielt, weil alle gut gespielt haben", sagte der Trainer.
Stimmt es im Kollektiv, kommt auch der Einzelne besser zur Geltung. So benötigte Nordtveit, dem die Rolle des Innenverteidigers auch nicht fremd ist, an der Seite von Dante nur wenig Eingewöhnungszeit. Mit einer zu kurzen Kopfball-Abwehr war er an der Entstehung des 0:1 beteiligt, doch danach bot er eine souveräne Partie. Und Marx fügte sich nahtlos ins Gladbacher Spiel ein, agierte im defensiven Mittelfeld umsichtig und fand selbst immer wieder die Gelegenheit, sich in die eigenen Angriffe einzuschalten. "Anfangs waren wir von Wolfsburgs taktischer Aufstellung etwas überrascht. Doch dann haben wir Druck gemacht und das Spiel in den Griff bekommen", sagte der Routinier.
Was nächsten Sonntag auf Schalke passiert, wenn zumindest Brouwers wieder zur Verfügung steht und dadurch Nordtveit wieder auf seine angestammte Position rücken kann, war beim Fußballfest gegen Wolfsburg noch kein Thema. "Es ist ein schönes Gefühl, einmal so eindeutig ein Spiel zu gewinnen", sagte Marx. An so einem Tag ist es eben besonders leicht zu verschmerzen, dass andere eher im Fokus stehen.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum












