Borussia Mönchengladbach: Filip Daems trifft immer
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 26.09.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Borussias Kapitän hat beim 1:0 gegen den 1. FC Nürnberg seinen zehnten von zehn Elfmetern verwandelt. Der dienstälteste Gladbacher Akteur freut sich über den Höhenflug seiner Mannschaft – bleibt jedoch auf dem Boden.
Fussball Alles jubelte, nur der Torschütze blieb ungefähr eine Sekunde fast konsterniert stehen. Filip Daems rührte sich nicht. Erst nach einer kurzen Schockstarre setzte auch sein Jubel ein. "Ich hatte kurz Angst, weil der Torwart am Ball war", sagte der Belgier über seinen verwandelten Elfmeter zum 1:0-Siegtreffer im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg. "Der war nicht so sauber geschossen wie sonst", sagte Daems. "Da war ein bisschen Glück dabei."
Seit zwei Jahren treffsicher
Doch auch hier gilt: Drin ist drin – und deshalb kann der 32-Jährige die Traumquote von zehn verwandelten Elfmetern vorweisen. Bei ebensovielen Versuchen. Seinen ersten Elfmeter verwandelte Daems für Borussia am 18. April 2009, beim 1:4 in Frankfurt. Seitdem verschoss er kein einziges Mal. Meistens landen die Elfmeter eiskalt im Eck, am Samstag versuchte es Daems halbhoch. Club-Torwart Alexander Stephan war noch dran. "Zum Glück war der Ball hart genug", sagte der Abwehrspieler nur.
Den Sieg gefeiert
Gefeiert Spontan verabredeten sich Borussias 1:0-Gewinner am Samstagabend zum Feiern. In Düsseldorf trafen sie sich im "Basils". "Wir haben nicht lange über Fußball geredet, sondern den Abend einfach genossen. Nach so einem Sieg ist das auch in Ordnung so", sagte Marc-André ter Stegen.
Training Montag ist frei
Für ihn läuft die Saison bislang absolut traumhaft. Vorne traf der Belgier in dieser Saison schon dreimal. Hinten muss Borussias Kapitän mit seinen Kollegen in der Viererkette kaum Treffer schlucken. Drei Stück waren es erst in sieben Spielen. So kommen die wenigen Gegentreffer nicht von ungefähr.
Die Anzahl der Bälle, die in den letzten drei Spielen tatsächlich auf das Tor von Keeper Marc-André ter Stegen gehen, lassen sich an einer Hand abzählen. "Wir stehen sehr stabil, lassen wenig zu", sagte Daems. "Alle zusammen. Auch unsere Stürmer, die gut mitverteidigen."
Dass es jemals bei Borussia so gut lief, daran kann sich der Kapitän, der schon seit 2005 am Niederrhein spielt, nicht erinnern. "Das ist unglaublich. Ich kann mich nicht erinnern, außer in der Zweiten Liga. Aber so ein Lauf ist hier ja auch schon etwas länger her", sagt er. "Wir heben trotzdem nicht ab." Mit den Überraschungsmannschaften aus Hannover und Mainz will sich der 32-Jährige noch nicht messen lassen. "Das ist gefährlich. Es ist noch zu früh, um so zu reden. Aber natürlich hätte ich nichts dagegen."
Daems' Treffer war jedoch die Voraussetzung dafür, dass über den Höhenflug überhaupt weiter geredet werden darf. Weil seine Vorderleute reihenweise Großchancen vergaben, blieb es "nur" beim 1:0. "Das müssen wir uns vorwerfen lassen", sagte Daems. "Nürnberg hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn es 3:0 geworden wäre. Aber wir sind nicht panisch geworden, sondern geduldig geblieben und haben immer wieder unsere Chancen herausgespielt."
Und am Ende hochverdient gewonnen. Trainer Lucien Favre, der eigentlich ungern über Einzelleistungen seiner Spieler redet, hob die Elfmeterqualitäten seines Kapitäns dennoch heraus. So einen zu haben, der eiskalt jeden Elfmeter verwandele, meinte Favre, sei doch "sehr beruhigend".
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