Niederlage gegen Bochum: Frontzeck: "Das ist kein Beinbruch"
zuletzt aktualisiert: 17.01.2010 - 10:56Mönchengladbach (RPO). Es hätte alles so schön sein können. Mit einem Sieg gegen den VfL Bochum hätte Borussia Mönchengladbach den Abstand zu den Abstiegsrängen auf acht Punkte ausbauen können. Nach dem bitteren 1:2 (0:2) müssen sich die "Fohlen" jetzt wieder nach unten orientieren.
Gladbachs Trainer Michael Frontzeck bleibt trotz des Fehlstarts in die Rückrunde aber gelassen. "Das ist kein Beinbruch", sagte er nach der Partie. Damit hat er sicher recht, dennoch schmerzt die Niederlage gegen eine Mannschaft aus dem unteren Tabellendrittel besonders. Frontzeck bemängelte, dass sich sein Team vor allem in der ersten Halbzeit "zu viele Ballverluste und zwei individuelle Fehler geleistet" habe.
Gladbachs Torschütze Fabian Bäcker hätte sich bei seinem Bundesliga-Debüt lieber einen Sieg als einen Treffer gewünscht. "Mein erstes Bundesligaspiel, mein erstes Bundesligator, aber auch meine erste Bundesliganiederlage. Deswegen fühlt sich das nicht wirklich toll an", sagte der 19-Jährige, der ebenso wie Patrick Herrmann (18) erstmals für die Borussia auflief.
Für Heiko Herrlich war die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte dagegen ein voller Erfolg. Der Bochumer Trainer behielt trotz des Überraschungssieges aber den Blick für die Realität. "Wir freuen uns heute über die drei Punkte, aber nach Siegen ist immer so eine Gefahr, dass man große Fehler macht", sagte der frühere Gladbacher Torjäger: "Wir müssen ganz bescheiden und demütig bleiben, denn die Situation ist nach wie vor brenzlig."
Bochum will gegen Schalke nachlegen
Die Bochumer haben zwar mit dem bereits vierten Auswärtssieg den Relegationsplatz verlassen, doch zu Hause blieb der VfL bislang zu weit hinter den eigenen Erwartungen und denen seiner Fans zurück. Und am kommenden Samstag kommt Schalke 04 zum kleinen Revier-Derby.
"Unser großes Ziel ist, auch zu Hause entsprechend zu punkten und eine Macht zu werden. Und da müssen wir sehen, dass wir am Samstag damit anfangen", fordert VfL-Sportdirektor Thomas Ernst: "Wir tun uns zu Hause ein bisschen schwer, selbst Akzente zu setzen, aber da wollen wir hinkommen."
Im Gegensatz zu den Auftritten in der Fremde, bei denen die Bochumer wie in Gladbach oft frech auftreten und schon 13 Punkte sammelten, gelang bislang im eigenen Stadion erst ein Sieg. "Es kann schon sein, dass da ab und zu eine gewisse Verunsischerung da ist", sagte Herrlich: "Aber ich denke, dass wir jetzt am Samstag genügend Selbstvertrauen mit in das Spiel nehmen und das gegen Schalke auch zeigen wollen."
Bei der Borussia, gegen die der VfL seit einem 1:2 am 13. September 1997 zum 15. Mal in Folge unbesiegt blieb, zeigte der VfL, "dass es die Mannschaft eigentlich kann", meinte Ernst. Die 1:0-Führung durch das dritte Saisontor von Stanislav Sestak (12.) bereiteten bei einem schnellen Gegenangriff Joel Epalle und Christoph Dabrowski mit zwei kurzen Querpässen mustergültig vor.
"Ein Konter ist eine von vielen Möglichkeiten, zum Torerfolg zu kommen, aber eine ganz wesentliche, weil der Gegner in der Abwehr noch nicht wieder organisiert ist", meinte Herrlich.
Beim zweiten Treffer (36.) war Zlatko Dedic nach einer Standardsituation erfolgreich, verärgerte dann aber seinen Trainer mit einer Gelben Karte, weil er sich beim Jubeln das Trikot ausgezogen hatte.
Herrlich nahm ihn deshalb in der Pause aus dem Team, um keine Gelb-Rote Karte zu riskieren. "Bei allem Verständnis und aller Freude über ein Tor, da muss man sich im Griff haben", sagte der VfL-Trainer, der schon geahnt hatte, dass Gladbach in der zweiten Halbzeit mehr Druck machen würde.
"Da haben wir viel zu viele Ballverluste gehabt, dem Gegner Bälle in den Fuß gespielt", monierte Herrlich: "Deshalb haben wir noch ein bisschen gezittert. Insgesamt, denke ich, haben wir aber verdient gewonnen."
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