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Borussia: Frontzeck sucht die richtigen Worte

VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 29.03.2010 - 12:57

Michael Frontzeck war bemüht um die richtige Sprachregelung. Es ging darum, weiter zu mauern, was das Erreichen des Saisonziels angeht. Ob Borussia nach dem 1:0-Sieg gegen den Hamburger SV, der die Punkte 32 bis 34 einbrachte, nun ein ausgesprochen ruhiger Rest der Spielzeit ins Haus stehe, wollte jemand wissen.

Kann den Rest der Saison recht gelassen angehen: Michael Frontzeck.  Foto: RPO
Kann den Rest der Saison recht gelassen angehen: Michael Frontzeck. Foto: RPO

„Die Fußball-Bundesliga ist niemals langweilig. Und wir sind auf einem guten Weg. Unser Ziel, eine solide Saison zu spielen, ist realistisch“, sagte der Trainer. Und grinste spitzbübisch.

Wer Letzteres missverstehen wollte als konkreten Hinweis darauf, dass „realistisch“ so viel bedeutet wie „realisiert“, den fing der Fußball-Lehrer, seit vergangenen Freitag 46 Jahre alt, gleich wieder ein. „Aber wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns“, erklärte Frontzeck. Sechs Spiele bleiben, und damit die theoretische Chance, mit lauter Niederlagen noch in die Bredouille zu geraten.

„Aber wir werden noch den einen oder anderen Punkt holen“, versicherte Mittelfeldrenner Thorben Marx. Die 34 Punkte jedenfalls „sind ein gutes Polster, damit können wir beruhigt in die nächsten Spiele gehen“, wie Sportdirektor Max Eberl sagte. Auch was das angeht, wählt Frontzeck weiterhin den verkürzten Blick. „Für mich gibt es erstmal nur Stuttgart“, sagte der Trainer. Dort, beim Bayern-Bezwinger des vergangenen Wochenendes, muss sein Team am Ostersamstag antreten.

Bei aller Abwehrhaltung konnte Frontzeck sein Wohlbefinden nicht verbergen an diesem Sonntag, der nicht nur für den Torschützen Roel Brouwers „ein perfekter Tag“ war. Frontzeck, der sonst einen ausgeprägten Hang zum Pokerface hat, entglitt des Öfteren ein entspanntes Grinsen. „Ich bin froh“, gab er zudem bekannt.

Froh darüber, dass sein Plan gegen den HSV funktioniert hat: „Wir wollten kompakt stehen und erstmal nichts zulassen“, erklärte Thorben Marx. Tatsächlich hatte der HSV kaum eine Torgelegenheit. Schon in Köln sei die nötige Kompaktheit wieder da gewesen, nun gegen den HSV „haben wir keine Fehler gemacht“, sagte Frontzeck.

Vielleicht waren die hohen Niederlagen in Dortmund (0:3) und gegen Wolfsburg (0:4) sogar heilsam, sozusagen ein Weckruf zur rechten Zeit. „Wir sind mit vier Punkten zurück gekommen“, stellte der Trainer erfreut fest. Doch nicht nur die Spiele in Köln (1:1) und gegen den HSV dürften der Auslöser gewesen sein für seinen an diesem Sonntagabend ungewöhnlich gelösten öffentlichen Auftritt Frontzecks, sondern das Gesamtkunstwerk seiner bisherigen Arbeit in Gladbach.

Der Trainer weiß, dass nicht mehr viel passieren kann. Er weiß, dass er sein Team grundlegend stabilisiert hat. Er weiß, dass er der Mannschaft ein System verpasst hat, das funktioniert. Und er weiß, dass dieser Klassenverbleib nichts mit wohlwollenden Zufällen zu tun hat wie der im vergangenen Jahr. „Von den 34 Punkten, die wir haben, könnte ich nicht einmal sagen, das war glücklich“, sagte Frontzeck.

Mit den Überlegungen für die neue Saison hat Sportdirektor Max Eberl längst angefangen. Zwar gibt es „nichts, was wir einfach aus der Schublade ziehen können, denn noch läuft die Saison und die Sommerpause ist lang“. Die Planungssicherheit ist jetzt aber deutlich gestiegen.

Auch, was die Personalie Roberto Colautti angeht. Der Stürmer geht zurück nach Israel und wird künftig für Maccabi Tel Aviv spielen. „Wir haben eine Kaderplanung im Kopf, darin fließt Robertos Entscheidung mit ein. Es gibt aber keine Prioritätenliste. Wir wollen für die neue Saison wieder einen konkurrenzfähigen, starken Kader haben, in dem es einen gesunden Konkurrenzkampf gibt“, sagte Eberl. Auch eine übliche Sprachregelung bei den Borussen, wenn es um dieses Thema geht.

Quelle: RP

 
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