Borussia Mönchengladbach: Frostige Rückkehr für Hanke
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012Borussia Mönchengladbach (RP). Kalt war es bei Borussias 0:0 in Wolfsburg – und der Stürmer, der früher in der Autostadt spielte, wurde von den Heim-Fans beschimpft. Außerdem wurde sein Tor nicht anerkannt – und Marco Reus übersah den Kollegen.
Wolfsburg Kaum steht Mike Hanke vor den Fernseh-Mikrofonen, stellt er die erste Frage – und nicht die Reporter. "Wie hat Schalke gespielt?", fragte Borussias Blondschopf nach dem 0:0 in Wolfsburg. Als er vom Remis der Gelsenkirchener erfuhr, machte sich Erleichterung auf dem Gesicht des Angreifers breit. War das Spiel der Borussia in Wolfsburg bei arktischen Temperaturen insgesamt eine sehr frostige Angelegenheit, war es für Hanke persönlich eine Achterbahnfahrt.
Ständig wurde der ehemalige Wolfsburger von den Heim-"Fans" mit Schimpfwörtern aus unterster Schublade versehen. Dabei ist seine Wolfsburger Zeit schon etwas her. "Ich kannte nur noch 60 Prozent der Spieler hier", sagte Hanke. Zunächst kam das Abseitspech.
Tickets
Tickets Für das Spiel gegen Schalke (Samstag, 18.30 Uhr) gibt es nur noch Karten für das VIP-Zelt (verbunden mit einem Ticket für die Westtribüne). Das Heimspiel gegen Hamburg (Freitag, 24. Februar, 20.30 Uhr) ist fast ausverkauft.
Training Heute üben die Borussen um 15 Uhr, morgen ist das Training nichtöffentlich.
Hanke hatte Mitte der ersten Halbzeit, als er einen Querpass schön ins lange Eck schob, schon zum Jubeln angesetzt, bis er zurückgepfiffen wurde. Ob er bei seinem vermeintlichen Treffer wirklich im Abseits stand, ist strittig. "Dabei heißt es doch immer: im Zweifel für den Stürmer", sagte Hanke, dem man den Ärger ansehen konnte.
Auch wenn er es so nicht sagte - auch über seinen Sturmkollegen dürfte sich der 28-Jährige kurz aufgeregt haben. In der 70. Minute nämlich, als Marco Reus alleine vor Keeper Diego Benaglio kläglich vergab, anstatt den Ball ins Tor oder zum völlig freistehenden Hanke zu schieben. "Marco hat sich bei mir entschuldigt", erklärte der Übersehene hinterher. "Aber das musste er nicht. So etwas kann passieren."
Wie die gesamte Mannschaft der Gladbacher hatte auch Hanke solide, aber nicht überragend gespielt. "Wir haben teilweise guten Fußball gezeigt. Aber man muss sagen, dass die Wolfsburger sehr kompakt standen und dagegengehalten haben." Und manchmal war Hanke einfach anzumerken, wie sehr er sich schon von Stürmer zu Spielmacher gewandelt hat. In der ersten Hälfte zum Beispiel, als Reus den Ball einmal in den Lauf weiterköpfte – Hanke nur nicht losgelaufen war. Spielmacher eben.
Wie sehr Hanke bereits in oberen Tabellenregionen denkt, wurde klar, als er gefragt wurde, ob die 40 erreichten Punkte nun ein Grund wären, in Jubel auszubrechen. "Mathew Leckie hat Geburtstag. Den feiern wir ein bisschen. Bei der gezeigten Leistung haben wir sicherlich keinen Grund, in Jubel auszubrechen", sagte Hanke selbstkritisch. "Wir wollten unbedingt gewinnen und sind jetzt ein wenig enttäuscht. Unser Ziel ist es schließlich, noch so lange wie möglich oben dran zu bleiben. Aber wir haben noch 14 Spiele vor der Brust – da ist noch alles drin."
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