Borussia Mönchengladbach: Geduld ist gefragt
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 13.12.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Marco Reus' kleiner Zeh und Marc-André ter Stegens geprellter Brustkorb tun den Gladbachern weh. Noch ist nicht klar, wann die beiden Stars wieder schmerzfrei sind. Auch der Japaner Yuki Otsu muss geduldig sein.
Fussball Marco Reus konnte nicht helfen. Er saß daheim vor dem Fernseher und sah, wie Borussias schmerzhafte Niederlage beim FC Augsburg ihren Lauf nahm. "Schade, wir haben gut begonnen, dann aber leider den Faden verloren", sagte Reus. Ob der Geschwindigkeitsfußballer mit seinen außerordentlichen Qualitäten der Geschichte einen anderen Verlauf hätte geben können, ist Spekulation.
Entscheidung im Lauf der Woche
Sicher ist indes: Reus ist einer, der Borussia fehlt, einer wie er würde jeder Mannschaft fehlen. "Es gibt Spieler, die nicht länger ausfallen sollten", sagt Sportdirektor Max Eberl dazu. Nun ist die Frage: Wie lange hindert der kleine Zeh, den sich Borussias größter Star im Derby gegen Köln gebrochen hat, Reus noch daran, seine Arbeit zu machen? Antwort: Er und die anderen Borussen müssen abwarten. "Ich hoffe, dass ich gegen Mainz wieder spielen kann. Aber das entscheidet sich erst im Lauf der Woche."
Viele Fouls
"Foule" Borussen 21 Fouls produzierten die Borussen in Augsburg. Im Schnitt begehen die Favre-Mannen nur zwölf Fouls pro Begegnung und liegen damit am Ende der "Foul-Tabelle".
Funktioniert Viel ging nicht in Augsburg. Immerhin klappte es mit der Abseitsfalle: 14-mal liefen die Augsburger hinein.
Training heute frei, morgen 16 Uhr
Borussias Problem: Reus ist nicht der einzige wichtige Mann, der angeschlagen ist. Auch Torhüter Marc-André ter Stegen, wie Reus einer, der für den Aufschwung in Mönchengladbach steht, hat Schmerzen. Beim Zusammenprall mit Augsburgs Sascha Mölders zog sich der 19-Jährige eine Prellung des Brustkorbs zu. Da die Borussen gestern und heute kein Training hatten, war Zeit, sich zu erholen. Das gilt auch für Filip Daems, der eine Fußprellung aus Augsburg mitbrachte, und Juan Arango, der sich die Schulter prellte. Morgen um 16 Uhr ist die erste Übungseinheit der Woche – erst dann wird sich zeigen, ob die Patienten bereit sind, ins Training einzusteigen.
Bereit ist derweil Yuki Otsu. Doch auch der Japaner muss abwarten. In Augsburg durfte er immerhin in der Schlussphase zum zweiten Mal in dieser Saison mitmachen. Sein Debüt hatte er in Hoffenheim gegeben – auch dort gab es eine 0:1-Niederlage. In beiden Fällen sollte der flinke Offensivmann noch etwas bewegen, doch das gelang nicht. "Ich hatte sehr wenig Zeit, da war es schwer, noch etwas zu machen", sagte Otsu. Die Sache war schon zu verfahren, als er in Augsburg in der 76. Minute für Thorben Marx ins Spiel kam.
Trotzdem war Otsu nach dem Spiel ein gefragter Mann. Ein halbes Dutzend japanischer Journalisten war vor Ort und wollte von ihm wissen, wie es ist, Bundesligaspieler zu sein. Sein Erfahrungsschatz ist jedoch recht gering, insgesamt durfte er bislang 21 Minuten spielen in der ersten Klasse des deutschen Fußballs. Mehr erzählen kann er von der vierten Liga, denn in Borussias U23 machte er schon sieben Spiele und dabei durchaus einen guten Eindruck.
Otsu jedenfalls hat sich vorgenommen, künftig tatsächlich Spuren bei Borussia zu hinterlassen. "Ich werde weiter hart arbeiten und mich im Training anbieten", sagt er. Otsu will Lucien Favre möglichst schnell zeigen, dass er dem Team mit Toren und Vorlagen helfen kann. Doch er muss geduldig sein und auf die nächste Chance warten. Abwarten halt.
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