Borussia: Gegen und mit dem Ball
VON O. E. SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 25.01.2010Gegen den Ball, wie das im aktuellen Fußball-Deutsch heißt, hat Borussias in Berlin wieder gut gespielt, kein Gegentor zugelassen. Nur mit dem Ball, da hat es schon etwas gehapert. Und mit dem Ball werden nun mal Tore erzielt. Auch da stand in Berlin die Null.
Die Statistik weist auf den ersten Blick die "Schuld" den sieben Spielern zu, die Borussia als Angreifer führt. Sieben Angreifer und nur sechs Tore in 19 Spielen: Das ist keine Erfolgsbilanz. Doch die starre Klassifizierung nach Verteidigern, Mittelfeldspielern und Stürmern ist nicht mehr zeitgemäß. So, wie Verteidigen heute ganz vorne anfängt, sind auch für die Offensive alle verantwortlich. So führt in der Erfolgsliste Innenverteidiger Roel Brouwers mit fünf Treffern einsam vor Mittelfeldmann Marco Reus (drei Tore). Und immerhin sind Gladbachs Stürmer als Vorlagengeber mit acht "Assist"-Punkten erfolgreicher als mit ihren sechs Toren. Unter dem Strich ist Borussias Ausbeute mit 25 Treffern und 22 Punkten ordentlich für eine Mannschaft, die neu aufgebaut wurde.
Kein Tor kassiert, keins geschossen: Damit hätte Borussia in Berlin leben können. Doch es bleibt Enttäuschung – weil die ganz große Chance vertan wurde: Juan Arangos arrogant verschossener Elfmeter. Das erinnert sehr an Raúl Bobadillas Aussetzer in Wolfsburg, der schon mal einen Punkt kostete.
Arango und Bobadilla: Die beiden teuersten Einkäufe der Saison haben noch nicht gezeigt, dass sie die 7,5 Millionen Euro Ablöse plus ihr gewiss beträchtliches Gehalt wert sind. Juan Arango findet viel zu wenig statt, Raúl Bobadilla ist mit einem Tor und zwei Assists einfach zu uneffektiv.
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