Borussia: Gewinnen, aber nicht jubeln
VON O. E. SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 25.09.2009Karim Matmour kehrt mit Borussia nach Freiburg zurück. Zu dem Klub, bei dem der Algerier als Fußballprofi begann. Und wo er sich auf das Wiedersehen mit seiner Familie und vielen Freunden freut.
Sein Lächeln ist wie ein Markenzeichen. Nicht aufgesetzt, sondern ehrlich, herzlich, eigentlich immerwährend. Nur Dienstagabend, da war es wie weggeblasen. In dem Moment, als Borussia in der Nachspielzeit das 0:1 des MSV Duisburg kassierte und aus dem DFB-Pokal flog, war Karim Matmour nicht mehr der Sunnyboy.
Da waren im Gesicht des 24-Jährigen Ärger und Enttäuschung deutlich abzulesen. "So zu verlieren, das ist frustrierend. Wir hatten doch lange gut gespielt. Und dann passiert so was. Wie schon Samstag gegen Hoffenheim. Das hatten wir nicht verdient, das tut mir Leid. Für uns, für die Fans", klagte der flinke Offensivmann, der Duisburgs Abwehr einige Male durcheinander gewirbelt, aber wieder einmal den zählbaren Abschluss nicht gefunden hatte.
Karim Matmour
Geboren 25. Juni in Straßburg
Staatsangehörigkeit Algerisch und französisch
Vereine Vauban und Racing Straßburg, SC Freiburg (seit2004), Borussia (seit Juli 2008)
Länderspiele 13 für Algerien
Ligaspiele 79 Zweite Bundesliga für Freiburg, 34 für Borussia, 6 Erstligaspiele für Borussia (1 Tor)
Respekt vor dem Club und den Fans
Ob die beiden Niederlagen verdient waren oder nicht, darüber darf man gewiss streiten. Unstrittig ist, dass die Mannschaft aus ihren Fehlern lernen muss. "Und das werden wir", verspricht Karim Matmour. "Wenn wir Sonntag in Freiburg gewinnen und vielleicht auf dem siebten Platz stehen, dann sind die Patzer fast vergessen."
Doch eins sagt Sunnyboy Matmour unumwunden: "Selbst wenn ich das Siegtor mache – ich werde nicht groß jubeln. Ich glaube nicht, dass ich das könnte. Dafür habe ich zuviel Respekt vor diesem Verein und den Fans. Auch wenn ich jetzt Borusse bin und unbedingt gewinnen will."
Freiburg, das ist die sportliche Heimat des Fußballprofis. Vier Jahre hat er für den SC gespielt, erst als Amateur, dann in der Zweiten Liga. "Ich freue mich seit Monaten auf das Wiedersehen, habe schon 30 Karten für meine Freunde aus Freiburg und meine Familie aus Straßburg gekauft. Ich habe auch in der Mannschaft noch viele Freunde. Wir sind alle sehr ungeduldig, dass es los geht", sagt er. Die Schmerzen nach einem Tritt an die Achillessehne am Dienstag sollen das nicht verderben.
Karim Matmour ist als eines von sechs Kindern eines algerischen Einwanderers, der als Bauarbeiter das Geld verdiente, in Straßburg aufgewachsen, wechselte 2004 über den Rhein zum SC Freiburg.
Als er mit den Badensern 2008 zum dritten Mal den Bundesligaaufstieg verpasst hatte, kam er für 2,5 Millionen Euro Ablöse zum Aufsteiger Mönchengladbach. Erlebte ein nicht so tolles Jahr mit, an dessen Ende doch noch der Klassenverbleib stand. Und hofft, dass sich dieses Zittern nun nicht wiederholt.
"Wir haben die Qualität dafür, auch wenn die Ergebnisse zuletzt nicht stimmten. So, wie wir jetzt Fußball spielen, kombinieren, macht es auch mir persönlich mehr Spaß als letzte Saison", sagt Matmour.
Klar ist aber auch: "Wir müssen den Raum für die Freiburger eng machen. Sie versuchen immer, auf ihrem extra breiten Platz die Gegner sich müde laufen zu lassen. Wenn man das zulässt, ist man tot. Wenn Freiburg aber keinen Raum hat, dann tun sie sich schwer." Mal sehen, ob es klappt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum









