Borussia Mönchengladbach: Gibt es wieder eine "Humba"?
VON THOMAS GRULKE - zuletzt aktualisiert: 15.04.2011Der 1. FSV Mainz 05 strebt heute Abend gegen Borussia den ersten Heimsieg seit November an. Allerdings macht Thomas Tuchel die Besetzung seiner Defensive sorgen. Verlassen kann er sich auf seine treffsicheren Joker.
Der "Narhallamarsch" zum Torjubel und die "Humba" nach Spielschluss: In wenigen deutschen Stadien werden Tore und Siege so begeisternd zelebriert wie beim 1. FSV Mainz 05. Schon Bayern-Präsident Uli Hoeneß lobte die Stimmung am Bruchweg. Zu dumm nur, dass es derzeit selten etwas zu feiern gibt in Mainz. Der FSV wartet bereits seit November auf einen Heimsieg. Diese Negativserie soll heute gegen Borussia enden.
TAKTIK Die disziplinierte und laufintensive Arbeit gegen den Ball sowie blitzschnelles Umschalten nach Balleroberung sind weiterhin die Stärken der 05er, die im 4-4-2-System mit Raute im Mittelfeld aufgestellt sind. Mit schnörkellosem Konterfußball versuchen die Mainzer zum Erfolg zu kommen, daheim fällt ihnen dies zur Zeit jedoch schwer.
Nur ein Sieg in Mainz
Bilanz In der Bundesliga holte Borussia beim FSV in vier Spielen nur einen Punkt (1:1 im ersten Duell 2004). Den einzigen Sieg am Bruchweg feierte Gladbach 2001 in der Zweiten Liga.
Aufstellung Ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter, Reus, Arango - Idrissou, Hanke.
BESTE SPIELER Vor allem in der Vorrunde "rockten" Lewis Holtby und André Schürrle nicht nur wegen ihres Luftgitarren-Torjubels die Liga. Geführt werden die herausragenden Offensiv-Talente von Leistungsträgern wie Christian Fuchs oder Nikolce Noveski, die in der Defensive überzeugen. Und Top-Joker Sami Allagui darf derzeit von Beginn an stürmen.
LETZTES AUFEINANDERTREFFEN Die Mainzer haben gute Erinnerungen an die Borussia. Am 20. November des letzten Jahres drehten sie im Borussia-Park zweimal einen Rückstand und siegten 3:2. Auch das letzte Heimspiel gewann Mainz – 1:0 am 7. Februar 2010 durch ein Tor des Ex-Borussen Bo Svensson.
STÄRKEN Der FSV lässt sich durch einen Rückstand (und der Gegner ging in dieser Saison immerhin schon 18 Mal 1:0 in Führung) selten aus dem Konzept bringen. Mit Leidenschaft und taktischer Flexibilität bleiben die Mainzer nicht zuletzt dank ihrer Einwechselspieler bis zum Schluss gefährlich. Schließlich hat der Tabellenfünfte ligaweit die meisten Jokertore (14) erzielt.
SCHWÄCHEN Am Bruchweg will es trotz der überragenden Gesamtbilanz nicht so recht laufen. Nur 17 Punkte und 16 Tore brachte Mainz bislang daheim zustande, in den letzten sechs Spielen gab es gar keinen Sieg. Und nun fällt mit Svensson und Noveski auch noch die komplette Innenverteidigung gesperrt aus. Auch auf der Torhüterposition muss Trainer Thomas Tuchel erneut wechseln. Für den angeschlagenen Heinz Müller rückt wieder der zuletzt unsicher wirkende Christian Wetklo ins Tor.
TRAINER Man mag es kaum glauben, doch Thomas Tuchel geht nun schon in die Schlussphase seiner zweiten Saison als Mainzer Cheftrainer. Zunächst nur Fachleuten als Meistertrainer der Mainzer A-Jugend bekannt, etablierte sich der heute 37-Jährige mit seiner akribischen Arbeit sehr schnell in der Szene. Jetzt lockt ihm mit dem FSV sogar die Europapokal-Teilnahme.
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