Borussia: Gladbach hält den Ball flach
VON O. E. SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 07.02.2010 - 09:57Hoffenheim, Stuttgart, Wolfsburg: Es ist ein recht illustrer Kreis, in dem Borussia sich in der Tabelle auf Augenhöhe wiederfindet. Doch anders als beim rheinischen Rivalen 1. FC Köln, wo Kapitän Youssef Mohamad schon von "mindestens Rang sechs" und der Europa League schwadroniert, ist man in Mönchengladbach bemüht, den Ball flach zu halten.
"Vor einer Woche hieß es, dass wir wieder zittern müssten, wenn wir gegen Bremen verlieren. Und jetzt sollen wir plötzlich internationale Ziele haben?", sagt Trainer Michael Frontzeck vor der Partie beim FSV Mainz 05 (ab 15.30 Uhr im Live-Ticker). Und setzt mit einem leichten Grinsen hinzu: "Wenn Köln damit spielt, dann sollen sie es so machen – in Gottes Namen." Das "Kölle Alaaf" mag man sich dazu denken.
An Hoffenheim, Stuttgart und Wolfsburg als direkte Konkurrenten hat Borussia nicht gedacht, als sie nach dem mit knapper Not geschafften Bundesliga-Verbleib die Saison anging. Mit gewachsenem Selbstvertrauen schon, aber mit "realistischen Zielen", wie Frontzeck betont. "Wir stehen eigentlich seit Wochen da, wo wir hin wollten: auf einem Platz mit Luft zur Abstiegszone", stellt Sportdirektor Max Eberl fest, "wir sind mit vier Punkten aus drei Spielen ordentlich in die Rückrunde gestartet. Jetzt wollen wir schauen, dass wir so weitermachen."
Da steht nun die Partie in Mainz an. Beim überraschend gut gestarteten Aufsteiger – und einem Angstgegner Borussias. Noch nie hat sie in der Bundesliga am Bruchweg gewonnen. Und die Bilanz ihrer letzten drei Spiele dort ist mehr als ernüchternd: 0:3, 0:3 und 1:4 hat Gladbach verloren und sich jedes Mal bis auf die Knochen blamiert.
"Doch wir haben in dieser Saison schon einige Serien beendet – warum nicht auch diese?", fragt Mittelfeld-Chef Thorben Marx. Frontzeck sieht das genauso, weiß aber: "Die Mainzer sind zu Hause eine Macht. Nur sie, der FC Bayern und Leverkusen haben in dieser Saison kein Heimspiel verloren. Der FSV macht aus seinen Möglichkeiten nahezu das Perfekte."
Das hat Borussia vor einer Woche beim Sieg gegen Werder Bremen im Grunde auch gemacht. Morgen soll die Mannschaft nun die Offensivleistung erneut abrufen, gepaart mit der Defensiveinstellung beim 0:0 in Berlin. Was das Toreschießen angeht, wird Borussia in Mainz vielleicht auf ihren neuen Angriffshelden gegen Bremen verzichten müssen: Bei Raúl Bobadilla (zwei Tore, zwei Torvorlagen) zwickt der Oberschenkel noch. "Und ein Risiko gehe ich nicht ein", sagt Frontzeck.
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