Borussia Mönchengladbach: Gladbach jubelt, Favre bremst
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 24.09.2011 - 17:35Dieter Hecking war bedient. Der Trainer des 1. FC Nürnberg war verärgert über den Elfmeter, der den Filip Daems zum 1:0-Sieg von Borussia Mönchengladbach nutzte. Das Ergebnis jedoch, das war für Hecking kein Grund zum Ärger.
„Wir hätten einen Punkt nicht verdient gehabt. Wir haben gegen einen Spitzenreiter verloren. Im Moment gehört Borussia Mönchengladbach zu den besten Mannschaften in der Bundesliga“, sagte Hecking.
Nicht weit entfernt dürfte dieses Kompliment seinem Kollegen Lucien Favre in den Ohren geklingelt haben. Denn der Schweizer, dessen Mannschaft in sieben Spielen 16 Punkte eingesammelt hat, mag es nicht, wenn sein Team derart hoch gelobt wird. „Wir haben 16 Punkte, das ist gut. Aber es gibt keinen Grund zur Euphorie. Man darf nicht vergessen, wo wir herkommen. Vor wenigen Monaten waren wir noch gegen Bochum in der Relegation“, sagte Favre. Der Trainer will möglichst jede übertriebene Träumerei ausbremsen.
Seine Mannschaft, die zum dritten Mal in Folge 1:0 siegte (zum vierten Mal insgesamt) zeigte indes gegen die schwer zu spielenden Nürnberger eine starke Leistung. Fünf, sechs richtig gute Chancen spielten die Borussen heraus – nur wurden sie nicht genutzt. „Zwei bis drei Tore mussten wir machen“, monierte Kapitän Filip Daems, der den zehnten von zehn Elfmeterversuchen erfolgreich vollendete, nachdem der starke Marco Reus nach einem Sololauf im Nürnberger Strafraum zu Boden gegangen war. „Ich war in voller Geschwindigkeit, dann habe ich einen Stoß von hinten bekommen, ich denke, den Elfmeter kann man geben“, sagte Reus.
Er selbst hätte wenigstens durchaus Tore erzielen können, doch dreimal (17., 34., 79.) verfehlte er das Ziel und einmal verhinderte der ausgezeichnet aufgelegte Nürnberger Torhüter Alexander Stephan Reus' Treffer ( 85.). Da auch Raúl Bobadilla bei seiner Chance schlampig arbeitete (73.), „brauchten wir den Penalty, um zu gewinnen“, resümierte Lucien Favre.
Borussias Fans hatten aber auch an dem einen Tor viel Freude. „Spitzenreiter, Spitzenreiter“, riefen sie nach dem Schlusspfiff. Das war Gladbach allerdings nur bis zum Ende der Partie zwischen dem FC Bayern München und Bayer Leverkusen (3:0). „Ich schaue aber nicht auf die Tabelle, sondern nur auf das nächste Spiel in Freiburg“, sagte Favre. Dort wollen die Borussen ihren Höhenflug fortsetzen. „Wir haben im Moment einen Lauf, den wollen wir möglichst lange fortsetzen. Erst mal ist es aber schön, dass wir nach sieben Spielen 16 Punkte haben“, sagte Filip Daems.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum












