Verhandlung im Fall Hoffenheim: Gladbach zieht Einspruch zurück
zuletzt aktualisiert: 16.03.2009 - 16:14Frankfurt/Main (RPO). Bundesligist Borussia Mönchengladbach hat den Einspruch gegen das 1:1-Remis im Spiel gegen 1899 Hoffenheim vom 7. Februar am Montag zurückgezogen. Der Verein muss als Kläger die Kosten des Verfahrens tragen, das Ergebnis bleibt bestehen.
Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat indes Herbstmeister 1899 Hoffenheim aufgrund der Doping-Affäre zu einer Geldstrafe in Höhe von 75.000 Euro verurteilt. 1899-Physiotherapeuth Peter Geigle muss 2500 Euro zahlen.
Den Punkt aus der Partie bei Borussia Mönchengladbach (1:1) am 7. Februar darf der Titelaspirant aber behalten, da die Rheinländer den Einspruch gegen die Spielwertung wegen eigener Verfehlungen bei den Anti-Doping-Richtlinien zurückzogen.
"Ein Punktabzug wäre schlicht unverhältnismäßig gewesen. Aber das war kein Fall, um mit dem großen Knüppel zu schwingen. Es war kein klassisches Doping-Vergehen. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob das Urteil beim DFB großen Beifall findet, aber die Bundesliga ist nun wachgerüttelt worden und für die Einhaltung der Anti-Doping-Richtlinien sensibilisiert", sagte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, bei der Urteilsbegründung und stellte klar: "Wir wollten den Fall weder bagatellisieren noch dramatisieren, um damit die Glaubwürdigkeit im Kampf gegen das Doping zu unterstreichen."
Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser zeigte sich erleichtert: "Ich glaube, dass es ein salomonisches und kluges Urteil ist. Ich hoffe, dass die Spieler endgültig aus der Schusslinie sind und das Thema offenbar beendet ist."
Nach Ansicht des DFB-Sportgerichts hatte der Einspruch ohnehin keine Chance auf Erfolg. "Ich gehe davon aus, dass der Einspruch zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Erfolgsaussichten hat", hatte der DFB-Sportgerichtsvorsitzende Hans E. Lorenz am Rande der Verhandlung um die Hoffenheimer Doping-Affäre zuvor erklärt.
Die Gladbacher hatten vor drei Wochen Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt, da nach der Partie die Hoffenheimer Andreas Ibertsberger und Christoph Janker gegen die Anti-Doping-Richtlinien verstoßen hatten, weil sie erst mit zehnminütiger Verspätung zur Doping-Kontrolle erschienen waren.
Allerdings hielten sich offensichtlich auch die Gladbacher nicht in allen Punkten an die Anti-Doping-Richtlinien. So war Mannschaftsarzt Heribert Ditzel im Kontrollraum anwesend, obwohl ihm dies laut der Anti-Doping-Richtlinien untersagt ist. Denn im Doping-Kontrollraum dürfen nur die DFB-Kontrollärzte, die Spieler sowie die Doping-Beauftragten des Vereins anwesend sein.
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