Borussia: Große Duelle gegen Dortmund
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 01.10.2009Für Marco Reus, den rotblonden Borussen, ist das Spiel gegen Borussia Dortmund nichts Besonderes. Sicher, er kommt aus Dortmund und spielte als Jugendlicher für den BVB, doch es könne am Samstag jeder andere kommen, das mache emotional keinen Unterschied, versichert er.
Für Borussias Fans sind vor allem die Spiele gegen den 1. FC Köln, Staatsfeind Nummer eins in Gladbach, und die Bayern Festtage im Fußballkalender. Doch auch die Treffen mit der Namenscousine aus Westfalen, die waren oft mehr als Alltag. "Das hat schon fast Derby-Charakter", sagt Trainer Michael Frontzeck.
Nicht selten ging es hoch her und eng zu, wenn es gegen die "kleine Borussia" ging, wie mancher in Gladbach höhnisch sagt. Wie am 21. September 1996 beim 5:1-Sieg. "Auf Anhieb kriege ich nur vier, fünf Spieler zusammen, die da auf dem Platz standen", gesteht Christian Hochstätter, von 1982 bis 1998 Profi in Gladbach und dann bis 2005 Sportdirektor. Er spielte im offensiven Mittelfeld mit Stefan Effenberg. Der hatte gerade einen Millionen-Vertrag unterschrieben und "machte ein Riesenspiel und ein tolles Tor", hat Hochstätter, nun Spielerberater, nicht vergessen.
"An Dortmund habe ich viele gute Erinnerungen", sagt auch Michael Frontzeck. Am Samstag soll eine neue dazu kommen. "Es ist ein richtungsweisendes Spiel für beide", weiß Frontzeck. Es gab Zeiten, da trafen sich die beiden Borussias aus anderen Anlässen als dem aktuellen, die jeweilige Krise aufzuhalten.
"In den 80er Jahren haben wir gegen Dortmund meist um den Einzug in den Uefa-Cup gespielt", erinnert sich Hochstätter. Und das besonders gern im Dortmunder Stadion. "Da haben wir fast immer gewonnen." Zwischen 1980 und 1989 gab es nur einen Heimsieg des BVB, sechsmal gewann Gladbach. Am 4. Juni 1983 sogar ein 6:4 nach einem 1:3 zur Pause.
"Zuhause haben wir uns schwerer getan", weiß Hochstätter, der 1983 sein erstes Bundesligator gegen Dortmund erzielte. Mal abgesehen vom legendären 12:0 von 1978 war das 5:1 von 1996 eher eine Ausnahme. Acht Niederlagen und 14 Unentschieden gab es daheim gegen die Westfalen in 37 Bundesligavergleichen. Als 1999 Gladbachs Abstieg schon feststand, ging das Abschiedsspiel aus der Bundesliga 0:2 verloren, 2004 das Debütspiel im Borussia-Park 2:3.
"Früher waren beide auf Augenhöhe. Heute sind die Teams aber nicht mehr zu vergleichen. Der BVB hat mehr Möglichkeiten und einen höheren Anspruch", sagt Hochstätter. Vor der Saison galt das Ensemble von Jürgen Klopp gar als Titelkandidat. "Ich habe aber die Dortmunder beim 1:1 in Frankfurt gesehen. Wenn sie so am Samstag spielen, muss sich Gladbach nicht verstecken", so Hochstätter. Es könnte ein besonderes Spiel werden, sagt er. Schließlich kommt der BVB.
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