Borussia Mönchengladbach: Hanke spricht ein Machtwort
VON ANDRÉ SCHAHIDI BERICHTET AUS BELEK - zuletzt aktualisiert: 09.01.2012Borussia Mönchengladbach (RP). Borussias Stürmer versteht den ganzen Trubel nicht – die Mannschaft freue sich wahnsinnig auf die Rückrunde. Der 28-Jährige sieht sich inzwischen als Führungsspieler in Gladbach. Sein Stellenwert in der Mannschaft ist im vergangenen Jahr deutlich angestiegen.
Mike Hanke fand, dass die Zeit für ein Machtwort gekommen war. "Das ist Wahnsinn, was hier los ist", sagte der 28-Jährige in Borussias Trainingslager. "Wir haben alle strahlende Gesichter und freuen uns auf die Rückrunde – und dann kommt diese ganze negative Energie, die von außen hereingetragen wird." Natürlich sei die Mannschaft, so Hanke, enttäuscht über den Weggang von Marco Reus und Roman Neustädter. "Aber wir haben ja noch eine Rückrunde. Und die wollen wir positiv angehen."
"Immer noch gefährlich"
Hankes klare Worte sind ein deutlicher Beleg für die Rolle, die der Stürmer inzwischen einnimmt. Er ist vom irgendwie egoistischen Torjäger zum Team- und Führungsspieler geworden. "Ich habe in meiner Entwicklung einen Sprung gemacht", sagt er selber dazu. "Ich spiele jetzt eine ganz andere Rolle als in meinen vorigen Vereinen. Aber das tut mir gut."
Bäcker wieder da
Fabian Bäcker ist wieder da. Der Stürmer, der im Sommer zu Alemannia Aachen ging, trainiert derzeit mit einer Gastspielgenehmigung bei Borussias U23 mit, die ebenfalls in Belek ist. Er soll bis zum Saisonende ausgeliehen werden. Bäcker könnte Elias Kachunga ersetzen, der zum Drittligisten VfL Osnabrück gehen soll.
Trainer Lucien Favre hat den Blondschopf zu einem Spielmacher umfunktioniert. "Er hat mir zunächst gesagt, dass ich die Bälle schneller weiterspielen muss", sagt Hanke. Und irgendwie rutschte er dabei schleichend eine halbe Linie zurück, hinter die vorderste Sturmspitze Marco Reus.
Mit dem Toreschießen will es (deshalb?) nicht mehr so klappen. "Ich bin aber immer noch gefährlich im Strafraum", sagt Hanke, fast mit dem flehenden Hinweis, dass er ja eigentlich immer noch Stürmer ist, auch wenn es nicht mehr den Anschein hat. Sein Stellenwert in der Mannschaft ist im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Und das weiß Hanke.
"Ich sehe mich als Führungsspieler", sagt er. "Führungsspieler müssen sicher wirken und selbstbewusst sein. Ich habe eine Weltmeisterschaft gespielt. Ich denke schon, dass junge Spieler zu einem aufschauen. Und ich versuche dann, ihnen zu helfen." Hanke glaubt, dass ihm die beiden schweren Jahre in Hannover sehr geholfen haben. "Ich habe viel auf die Fresse bekommen", betont er. "Und das war nicht schön. Aber auch daraus habe ich gelernt."
Ihm liegt viel daran, zu betonen, wie sehr sich die Mannschaft darauf freut, in der Rückrunde das Gezeigte der ersten Halbserie zu bestätigen. "Es wird brisant. Aber wir wollen das genießen", sagt er. Und Sorgen darum, was im kommenden Sommer passiert, macht er sich nicht. "Ich werde noch in Gladbach spielen", bestätigt er. "Und ich werde in einer starken Mannschaft spielen."
"Raul spielt ähnlich"
Nur das mit den Toren, das nagt doch so ein wenig an ihm. "Ich weiß, dass meine Rolle für einen Stürmer etwas außergewöhnlich ist", sagt er. "Aber Raul spielt bei Schalke ja so ähnlich. Nur schießt er mehr Tore als ich", sagt er – und fängt an zu grinsen. "Aber es gibt ja noch eine Rückrunde."
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