Borussia: Heldchen Nando
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 26.02.2007Hoffnung
Der Hamburger SV hat Rafael van der Vaart (Foto: AP). Mainz 05 hat Mohammed Zidan. Und der VfL Bochum Theofanis Gekas. Sie alle sind im Abstiegskampf die Helden ihrer Mannschaft. Bei Borussia wurden solche Männer lange vergeblich gesucht. Seit gestern aber hat Gladbach zumindest ein Heldchen: Nando Rafael, der in letzter Minute mit einem beherzten Schuss das 2:2 gegen Bremen rettete. Ausgerechnet Rafael, der gegen Aachen und in Dortmund bei Großchancen zu inkonsequent war.
Eigentlich ist der Punkt zu wenig: Denn noch immer ist Borussia Letzter (der Rückstand auf den rettenden 15. Platz beträgt wie vor einer Woche drei Punkte) und ist, der Faktenlage zufolge, Abstiegskandidat Nummer eins. Doch Nando Rafaels Treffer gibt Anlass zu der Hoffnung, dass die Mannschaft, die viele schon tot gesagt hatten, doch noch lebt und sich nun – endlich – wehrt gegen den drohenden GAU, den Gang in die Zweite Liga.
Die Fans hatten am Tag vor dem Spiel zu relativ brachialen Mitteln gegriffen, um den Spielern die Meinung zu sagen: „Wir sind Borussen und ihr nicht“, brüllten sie beim Abschlusstraining und zündeten bengalische Feuer. Die Botschaft, auf zweifelhafte Art überbracht, scheint angekommen zu sein: Borussias Profis stecken die Rückschläge gegen Bremen – zwei Gegentore aus der Distanz – weg und erkämpften einen Punkt. Ein Unentschieden, das ein Sieg für die Moral sein kann. Das Glückgefühl des Last-Minute-Treffers könnte das Team euphorisieren. Ob es so ist, wird sich erst in den nächsten Spielen zeigen. Eine gute Moral allein genügt nicht. Punkte müssen her. Nur dann wird es auch in Gladbach wieder große Helden geben.
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