Borussia: Helden von einst zu Besuch
VON THOMAS GRULKE - zuletzt aktualisiert: 28.04.2008 - 11:51Zum 30. Jahrestag des legendären 12:0-Sieges über Dortmund hatte Borussia Mönchengladbach die damalige Fohlen-Elf in den Borussia-Park eingeladen. Die Ex-Borussen waren vor allem vom neuen Stadion angetan.
Hans-Jürgen Wittkamp war ehrlich: „Den Ulrik Le Fevre habe ich nicht direkt wiedererkannt. Er hat etwas füllige Backen bekommen.“ Vielleicht lag es aber auch daran, dass Le Fevre einer der wenigen Alt-Borussen in der Business-Lounge des Borussia-Parks war, der nicht zur legendären Mannschaft gehörte, die am 29. April 1978 mit dem 12:0 gegen Borussia Dortmund den bis heute höchsten Sieg der Bundesliga-Geschichte errungen hatte. Zum 30. Jahrestag hatte Borussia das komplette Team von damals zum Spiel gegen 1860 München eingeladen - und fast alle waren gestern gekommen.
„Wir sehen uns ja relativ selten. Da ist es schön, mal ein paar Stunden im Kreise der Ehemaligen verbringen zu können“, erklärte Wittkamp, Gladbachs damaliger Libero. Während über ihren Köpfen auf den zahlreichen Fernsehern Trainer Jos Luhukay auf der Pressekonferenz gezeigt wurde, plauderten die Helden von einst über alles Mögliche, aber kaum über das 12:0. „Die Gegenwart ist viel interessanter als der Blick zurück. Wir tauschen uns aus, was wir heute so machen“, erklärte Herbert „Hacki“ Wimmer.
Neben den Fußball-Fachgesprächen, der Spielanalyse zum 2:2 der heutigen Borussia Spielanalyse und so mancher Anekdote aus erfolgreicheren Zeiten war vor allem die neue Heimat der Fohlen ein Thema. „Ich bin sehr erstaunt und freue mich für Borussia, dass sie so ein schönes, modernes Stadion gebaut hat“, sagte Allan Simonsen, der wie Hans Klinkhammer zum allerersten Mal im Borussia-Park zu Gast war. Simonsen kam eigens aus Barcelona eingeflogen. „Es ist wunderschön mal wieder hier zu sein“,erklärte der Stürmerstar, dem insbesondere Gladbachs heutiger Publikumsliebling gefallen hatte.
„Der hat was drauf. Gut für Gladbach, ein so großes Talent zu haben“, sagte der kleine Däne über den nicht wesentlich größeren Marko Marin. Eine noch weitere Anreise als Simonsen hatte Ewald Lienen, der mit Panionios Athen am Wochenende spielfrei hatte. „Und da in Griechenland Ostern ist, habe ich den Spielern frei gegeben und konnte hier hin kommen. Ich habe mich über die Einladung sehr gefreut. Es ist ja gar nicht so leicht, uns mal zu treffen“, sagte Lienen, bevor er sich weiter mit Christian Kulik und Wilfried Hannes unterhielt. Für die nötigen Kontakte zu den Spielern sorgten Charly Stock und Elmar Kreuels, die bei Borussia für die Traditionspflege verantwortlich sind.
„Es passiert nicht jeden Tag, dass so eine erfolgreiche Mannschaft noch einmal zusammenkommt. Diese Spieler haben Borussia zu dem gemacht, was sie auch heute noch ist: ein renommierter, international bekannter Verein“, erklärte Stock. Und während Kreuels den Ex-Fohlen das Stadion zeigte, schwärmte Stock: „Es wäre schön, wenn wir das in unregelmäßigen Abständen wiederholen könnten.“Die Borussen aus den den „Goldenen Siebzigern“ hätten sicher nichts dagegen. So würde auch jeder direkt erkannt werden.
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