Borussia Mönchengladbach: Herausforderungen
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 12.04.2011Fabian Bäcker sucht sein Glück künftig in Aachen, er konnte sich bei Borussia nicht durchsetzen. Harvard Nordtveit und Roman Neustädter haben sich als Doppelsechs etabliert. Sie wollen in Mainz gewinnen und Gladbach retten.
100 Spiele im "Park"
Jubiläum Das Derby gegen Köln war das 100. Spiel im Borussia-Park. Das 5:1 war zugleich der höchste Erfolg der Borussen in diesem Stadion. Es war der 37. Sieg, 33 Spiele gingen verloren, 30 hatten keinen Sieger (139:135 Tore). Oliver Neuville ist mit 60 Spielen Rekordhalter, Filip Daems traf gegen Köln in seinem 57. Spiel im Borussia-Park per Elfmeter.
Training Dienstag, 15 Uhr.
Es hat alles so gut angefangen für Fabian Bäcker. Als er am 16. Januar 2010 sein Profi-Debüt feierte, stand er nur wenige Minuten auf dem Platz, als Patrick Herrmanns Flanke heran flog und er den Ball kühl im Tor versenkte. Da schien sich ein Raketenstart des Jünglings aus dem nordhessischen Eimelrodt anzubahnen.
Bäcker (20) war einer der ersten, die ins Gladbacher Jugendinternat einzogen, er hat den Sprung ins Profiteam geschafft. Mehr aber nicht. In dieser Saison kam er nicht einmal zum Einsatz. Darum hat er sich entschieden zu gehen. In der neuen Saison spielt Bäcker für Alemannia Aachen.
Stark in der Vorbereitung
Bäcker sagt, er suche eine neue Herausforderung. Er brauche sie. In Gladbach hatte er selten Gelegenheit, sich zu zeigen, nur in den jeweiligen Saisonvorbereitungen, da traf Bäcker wie er wollte. Nur in die Saison, da konnte er seine Form nicht mitnehmen. "Für ihn und Borussia ist es deshalb eine logische Entwicklung, dass er jetzt versucht, woanders den Schritt zu machen", sagt Sportdirektor Max Eberl.
Zwei, die eine neue Herausforderungen suchten, als sie nach Gladbach kamen, bilden derzeit die Doppelsechs im Team von Lucien Favre: N & N, Havard Nordtveit und Roman Neustädter. Der Norweger wurde von Arsenal London ausgebildet, schaffte beim englischen Topklub aber nicht den Durchbruch, wurde hin und her gereicht und landete nun im Januar bei Borussia.
Neustädter war in Mainz als Eigengewächs auf dem Sprung, entschied sich dann aber für den Wechsel nach Gladbach. Das war 2009. Erst jetzt aber ist er richtig angekommen. Und wird am Freitag, wenn die Borussen in Mainz spielen, erstmals ein Profispiel gegen seinen Ex-Verein bestreiten.
"Ich freue mich auf das Spiel", gesteht der elegante, zu weilen aber flapsige Mittelfeldmann. Die Zusammenarbeit mit dem fleißigen, robusten und technisch beschlagenen Nordtveit "klappt immer besser", findet Neustädter. Er selbst übernimmt meist den offensiveren Part im zentralen Mittelfeld, eine Aufgabe, in die er aber noch hineinwachsen muss. "Wir reden viel mehr auf dem Platz, es passt immer besser", sagt Neustädter, der lieber als Sechser aus der Tiefe kommt, statt als echter Zehner zu spielen.
Kollege Nordtveit hat seit dem 5:1 gegen Köln nach Toren gleich gezogen. Neustädter hatte den 1:0-Sieg in Nürnberg möglich gemacht,, nun traf Nordtveit zum Endstand. "Eine Nacht darf man sich darüber freuen, dann ist wieder Alltag. Wir müssen auf dem Boden bleiben und uns auf das Spiel in Mainz konzentrieren", sagt Nordveit. In seinem Fall reicht meist schon das Telefonat mit dem Vater nach dem Spiel, um die Bodenhaftung wieder herzustellen. "Er analysiert mich genau", sagt Nordtveit. Seine nächste Herausforderung: Ein Sieg in Mainz. Seine größte Herausforderung: Nicht absteigen.
Bis Fabian Bäckers Zweijahresvertrag in Aachen und somit die Herausforderung beginnt, muss er offiziell hoffen, dass verhindert wird, worüber er und Alemannia sich in der Spielzeit 2011/2012 freuen würden: Derbys gegen Borussia.
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