Borussia Mönchengladbach: Herrmann mit Köpfchen
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 21.11.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Der 20-Jährige liefert seinem Trainer wöchentlich neue Argumente, ihn in Borussias Startaufstellung zu lassen. Gegen Werder Bremen erzielte der Nachwuchs-Nationalspieler sein erstes Kopfballtor.
Ja, Patrick Herrmann hat Borussias aktuellem Superstar Marco Reus in dieser Saison zumindest etwas voraus: ein Kopfballtor. Der 20-Jährige muss darüber lachen. 1,79 Meter ist er nach eigenem Bekunden groß, nicht gerade das Gardemaß für ein KopfballUngeheuer.
Dennoch drückte er den Ball bei der großen Gala gegen Werder Bremen in bester Stürmermanier zum 1:0 über die Linie. "Aus ein, zwei Metern kann man den ja auch mal machen", sagte Herrmann, der neben Marco Reus mit einem Tor und zwei Vorlagen der beste Spieler auf dem Platz war. "Jetzt muss Marco aber auch noch per Kopf treffen." Sein letztes Kopfballtor erzielte Reus im April 2010.
Stranzl und Training
Martin Stranzl Das Knie des Österreichers wurde heute per MRT-Scan untersucht, dies ergab jedoch noch keine genaue Diagnose, ob und wie lange Stranzl ausfällt.
Training Am Montag ist trainingsfrei, am Dienstag ist Training um 10 und 16 Uhr. Mittwoch ist Training um 10 Uhr, Donnerstag üben die Borussen hinter verschlossenen Türen.
Vielleicht kann Herrmann seinem Teamkollegen den Ball ja demnächst so perfekt auf den Kopf zuspielen, wie er es beim dritten Gladbacher Treffer mit einem flachen Pass tat. Statt selber zu schießen, legte der U21-Nationalspieler den Ball vor dem Tor noch einmal quer – Marco Reus musste die Kugel nur noch im leeren Gehäuse unterbringen. "Klar hätte ich selber schießen können", betonte Herrmann. "Aber am Ende zählt das Tor."
Trotz seines aktuellen Höhenfluges bleibt der 20-Jährige weiter extrem bescheiden. "Spielpraxis ist wichtig. Ich hoffe, ich bekomme davon noch ein bisschen." Keine Ansprüche auf einen Stammplatz, nicht einmal nach einer Leistungsexplosion wie in den vergangenen Wochen. Herrmann weiß, wie schnell es gehen kann.
Denn es ist noch gar nicht so lange her, dass sich der Techniker unheimlich schwer tat, ins Team zu finden. "Es war ein wenig frustrierend", gibt der Mittelfeldspieler unumwunden zu. "Du gibst alles im Training, aber am Ende zählt nur die Spielpraxis. Das kannst du nicht simulieren."
Einsatzzeiten bekommt Herrmann inzwischen reichlich. "Die Abstimmung funktioniert immer besser. Ich kenne die Laufwege der Mitspieler. Und wenn wir dann so kombinieren wie gegen Bremen, macht es besonders viel Spaß."
Mit einem Mitspieler pflegt Herrmann auf dem Platz ein besonderes Verhältnis. "Manchmal steht Juan Arango plötzlich neben mir und sagt: ,Geh mal rüber'". Dann wechseln beide die Seiten – und Herrmann wirbelt dann auf der linken Außenbahn. Selber hält sich der jüngere Kollege respektvoll zurück. "Ich steh jetzt nicht plötzlich hinter Juan und sage, er soll rüber", sagt er mit einem Grinsen.
Bei Borussia haben aktuell alle Spaß. Und Patrick Herrmann ganz besonders. "Ich genieße die Zeit", sagt der 20-Jährige. "Denn eigentlich weiß ich, dass ich ja nur spiele, weil Igor de Camargo verletzt ist." Macht Herrmann jedoch genau so weiter wie bisher, liefert er dem Trainer wöchentlich neue Argumente, ihn in der Aufstellung zu lassen – egal, ob jemand verletzt ist oder nicht.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











