Borussia Mönchengladbach: "Ich bin echter Borusse"
VON KARSTEN KELLERMANN SPRACH MIT MIKE DIEHL (48) - zuletzt aktualisiert: 24.10.2011 - 07:39Sinsheim (RPO). Mike Diehl ist Stadionsprecher des Bundesligisten 1899 Hoffenheim und im Kraichgau auch für das Fanwesen und Arenatouren zuständig. Der 48-Jährige ist seit Jahrzehnten Anhänger von Borussia. Doch das schützte ihn am Samstag nicht vor einem Fehler.
Herr Diehl, Sie sind Stadionsprecher von 1899 Hoffenheim und dort auch zuständig für das Fanwesen. Zudem Sie sind Gladbach-Fan. Und dann kündigen Sie die Borussen als "Werder Bremen" an. Wie konnte das passieren?
Diehl (lacht) Oh, das war sehr unglücklich und ist mir unangenehm. Ich hatte gerade mit einem Freund aus Bremen telefoniert. Plötzlich kam über den Stöpsel in meinem Ohr die Ansage, dass wir schnell die Aufstellung der Borussen durchsagen müssen, dann haben sie gleich mein Mikrofon aufgemacht. Ich hatte noch Bremen im Kopf und dann ist mir das rausgerutscht. Ich habe den Fehler ja auch gleich bemerkt und mich entschuldigt. Nur gut, dass ich keinen Kumpel in Köln habe. Das wäre eine Katastrophe gewesen. Sie können mich ruhig testen, ich bin echter Borusse.
Sie klingen glaubwürdig. Seit wann sind Sie Gladbach-Fan?
Diehl Schon immer eigentlich, es gibt hier in der Gegend viele Borussia-Fans. Das erste Mal war ich auf dem Bökelberg, als Borussia 1975 das Uefa-Cup-Endspiel gegen Enschede hatte, das 0:0. Danach bin ich mit meinem Vater immer wieder nach Gladbach gefahren und natürlich auch zu Auswärtsspielen. Wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass Hoffenheim mal gegen Borussia in der Bundesliga spielen würde, hätte ich ihn ausgelacht, ehrlich. Aber ich finde es toll.
Für Sie war es am Samstag eine Sieg-Niederlage....
Diehl In den Spielen gegen Gladbach muss ich meine Liebe zu Borussia natürlich für 90 Minuten beseite schieben. Wenn es nach mir ginge, würde Gladbach Meister und Hoffenheim Zweiter, oder umgekehrt. Aber beide sollten die Geschichte in Ruhe angehen und sich erst mal über Jahre in der Bundesliga etablieren. Zu hohe Ansprüche tun beiden Klubs nicht gut.
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