Borussia Mönchengladbach: Idrissou hat wieder Spaß
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 23.02.2011Der Kameruner spielte bei Ex-Trainer Michael Frontzeck zuletzt auf dem linken Flügel. Lucien Favre beförderte ihn zurück in den Sturm. Idrissou schoss das Siegtor gegen Schalke. Er fühlt sich in seiner Kritik an Frontzeck bestätigt.
Mohamadu Idrissou ist mit sich und der Welt zufrieden. Er hat ein Tor geschossen, den 2:1-Siegtreffer gegen Schalke, und er hat ein gutes Spiel gemacht. Der 193 Zentimeter große Kameruner war sehr präsent vor dem Tor, engagiert in den Zweikämpfen und harmonierte ausgezeichnet mit seinem Sturmpartner Marco Reus. "Es hat Spaß gemacht", sagt Idrissou, und das war deutlich zu sehen.
Allaguis Forderung
Sein Treffer gegen Schalke war sozusagen Auftragsarbeit. Vor dem Spiel hatte Idrissou mit seinem Kumpel Sami Allagui telefoniert, der für den FSV Mainz 05 acht Tore erzielt hat in dieser Saison. Das und die Tatsache, dass Papiss Cisse, Idrissous Nachfolger beim SC Freiburg 16 Mal eingenetzt hat, nagte an Idrissou. "Ich bin ja als Torjäger nach Gladbach gekommen. Und ich weiß, dass ich im Strafraum schwer zu verteidigen bin", sagt er.
Stuckmann fällt aus
Zitate "Es bleibt dabei, dass wir uns dazu nicht äußern. Da soll sich jeder selbst ein Bild machen" (Borussia Vizepräsident Rainer Bonhof, zu den Äußerungen von Berti Vogts zu Max Eberl und Rolfs Königs).
Angeschlagen Marc-André ter Stegen (Muskelfaserriss), Marco Reus (Prellung an der Ferse)
U23 Michael Stuckmann muss wegen einer Entzündung im Fuß für mindestens 14 Tage pausieren.
Training Heute 10 Uhr
Anfangs war er auch der vorderste Teil der Doppelspitze und schaffte in den ersten beiden Spielen zwei Treffer. Danach jedoch spielte er meist auf dem Flügel, weil Ex-Trainer Michael Frontzeck auf Raúl Bobadilla als Zentralstürmer setzte und später nicht mehr auf Juan Arango auf der Außenbahn: Idrissou war die Vertretung.
Jetzt ist Frontzeck weg und Lucien Favre Trainer. Der Schweizer beförderte Idrissou sogleich zurück ins Zentrum des Angriffs. Also sagte Allagui: "Mo, jetzt bist du wieder Stürmer, jetzt will ich Tore sehen." Idrissou tat wie geheißen: Arango flankte und Idrissou beförderte den Ball per Kopf ins Ziel. Zuvor hatte Manuel Neuer Idrissous ersten Versuch soeben an die Latte gelenkt.
"Endlich haben wir unser Spiel mal über 90 Minuten durchgezogen", sagt Idrissou. Das sei auch ein Verdienst Favres. "Er hat uns gleich am ersten Tag gesagt: Wer nicht richtig mitzieht im Training, der spielt nicht", berichtet Idrissou. Daher müsse jeder Spieler 100 Prozent konzentriert sein im Training und immer alles geben.
In der Hinrunde hatte Idrissou mal öffentlich bekundet, dass dieser Konkurrenzkampf nicht gegeben sei bei Frontzeck, zu viele Spieler seien gesetzt. "Dafür bin ich bestraft worden", sagt Idrissou, fühlt sich aber im Nachhinein bestätigt. "Gegen Schalke hat sich gezeigt, dass man auch belohnt wird, wenn man richtig arbeitet", sagt Idrissou. Er sieht den Konkurrenzkampf im Team als Anreiz, "den brauche ich".
Freitag, wenn die Borussen in Wolfsburg spielen, ist auch Igor de Camargo wieder dabei. Der Brasilianer indes ist kein direkter Konkurrent Idrissous, eher ist das Mike Hanke. Der Blondschopf ist ebenfalls ein klassischer Zentrumsstürmer, während de Camargo die "hängende" Position im Zweierangriff spielt. Kommt er ins Team, würde Marco Reus auf den rechten Flügel rücken. Es sei denn, Lucien Favre bastelt am System: Eine Dreierspitze mit Arango, Idrissou und Reus, dahinter de Camargo als "Zehner", abgesichert von der Doppelsechs Roman Neustädter und Havard Nordtveit.
"Wichtig ist, dass wir das, was wir gegen Schalke gezeigt haben, in Wolfsburg bestätigen", sagt Mo Idrissou. Er ist guter Dinge, was das angeht. "Wir sind jetzt ein ganz anderes Team geworden", sagt Idrissou.
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