Borussia: Initiative Borussia wettert gegen Gladbach-Bosse
zuletzt aktualisiert: 24.05.2011 - 18:30Einen Tag vor Borussias entscheidendem Relegationsspiel beim VfL Bochum (Mittwoch, 20.30 Uhr) ist die Initiative Borussia im Wahlkampf um die Macht verbal wieder in die Offensive gegangen.
Die Oppositionsgruppe um Ex-Profi Stefan Effenberg reagierte damit auf die Sonderausgabe der Stadionzeitung „Fohlenecho“, die der Klub im Vorfeld der Mittgliederversammlung am Sonntag herausgegeben hat und auf die Aussagen von Borussen-Präsident Rolf Königs, seinem „Vize“ Rainer Bonhof und Aufsichtsrat-Chef Herrmann Jansen in der Rheinischen Post und anderen Zeitungen.
In dem Fohlenecho hatten die Borussen eindeutig Stellung bezogen zu dem, was seit dem ersten Auftritt der Initiative am 7. Dezember passiert ist. Das Heft war am Wochenende an alle Borussia-Mitglieder verschickt worden. Prominente Fürsprecher wie DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, Ex-Borussen-Trainer Hans Meyer und Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke nehmen darin Stellung zu den politischen Geschehnissen in Mönchengladbach.
Vor allem Meyer und Schmadkte äußern Unverständnis für das Vorgehen der Initiative. Herrmann Jansen sprach in einem Interview mit der Rheinischen Post von einer „feindlichen Übernahme“, Rolf Königs kritisierte, die Initiative wolle „unsere sportliche Schieflage dafür nutzen, um mittels eines Putsches den Verein auf den Kopf zu stellen“ und Bonhof sagte der „Welt“, es gehe dem politischen Gegner allein „um Macht und Positionen“.
"Wer Unsummen für eine Verleumdungskampagne ausgibt, der bangt vor allem um seine Macht, anstatt sich unaufgeregt dem klaren Votum der Mitglieder zu stellen. Viele Mitglieder werten das als Veruntreuung von Vereinsgeldern ", sagte Martin Schmuck, der am Sonntag mit der Initiative Borussia Satzungsänderungsanträge durchbringen will, anhand derer die aktuelle Vereinsführung gestürzt werden könnte.
Als "Lügenmärchen aus dem Königs-Palast" bezeichnete die Initiative die Ansicht, sie plane eine Zweiteilung des Vereins und der GmbH, wodurch die Fans vom Fußball entfernt würden. "Das ist absoluter Quatsch", sagte Georg Hendricks, der das Amt des Vizepräsidenten anstrebt: "In Wahrheit bestimmen die Mitglieder nach unserem Vorschlag mehr denn je den Kurs der Profiabteilung."
Die Initiative hatte bei ihrem Antritt für zwei verschiedene Aufsichtsräte für den Verein und die GmBH plädiert, ist von diesem Modell aber inzwischen abgerückt und will auch einen personengleichen Aufsichtsrat. Die Initiative Borussia benötigt am Sonntag eine Zweidrittelmehrheit der Mitglieder, um ihre Satzungsänderungsanträge durchzubringen. Stefan Effenberg ist der Sportdirektor-Kandidat der Initiative, Horst Köppel der Anwärter für das mögliche Präsidentenamt.
Rainer Bonhof sagte im Interview mit der Welt: „Als ich das letzte Mal mit Berti Vogts gesprochen habe, war er nicht Mitglied dieser Initiative. Ich weiß, dass Bertis Angebot mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, auch mir gilt.“ Dazu sagte Vogts, wie Köppel und Bonhof ein Star aus der Meister-Ära des Klubs, der Rheinischen Post: „Ich habe mit Rainer Bonhof zuletzt vor vier Monaten gesprochen, danach nicht mehr. Mit der Initiative Borussia habe ich mich auch einmal getroffen, danach gab es kein Treffen mehr. Jetzt hat mich Horst Köppel angerufen. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihm helfen werde, so wie ich es auch Rainer Bonhof angeboten haben nach Borussias Niederlage gegen Werder Bremen.“
Während im Hintergrund der Kampf um die Macht im Verein tobt, konzentrieren sich Trainer Lucien Favre und das Team auf das Spiel beim Zweitliga-Dritten Bochum. Noch besteht die Hoffnung, dass der beste Torjäger, Marco Reus, mitmachen kann. Nach dem Abschlusstraining am Dienstagnachmittag ist Reus mit nach Bochum gefahren. Ob er spielen kann, entscheidet sich am Mittwoch.
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