Borussia Mönchengladbach: Initiative will Fans beruhigen
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 04.05.2011Die Mitglieder von Borussias Opposition ließen notariell festlegen, dass sie keine Vereinsanteile verkaufen werden. Für die Position des Vizepräsidenten benannte die Initiative den Gladbacher Unternehmer Georg Hendricks.
Das wichtigste Schriftstück wurde nicht in die Pressemappe gelegt. Es sollte medienwirksam präsentiert werden. Und das gelang der Initiative Borussia, die bei der Jahreshauptversammlung des abstiegsbedrohten Bundesligisten am 29. Mai den großen Umbruch fordert, durchaus. "Wir haben eine Verpflichtungserklärung unterschrieben", sagte Martin Schmuck von der Initiative direkt zu Beginn der gestrigen Pressekonferenz, auf die die Initiative ihre Pläne für den personellen und strategischen Umbau Borussias präsentierte. Und darin verpflichtete sich jedes Mitglied (inklusive Aushängeschild Stefan Effenberg) "alles zu tun, um zu verhindern, dass Geschäftsanteile der Borussia VfL 1900 Mönchengladbach GmbH veräußert" würden – für den Fall, dass eines der Mitglieder "eine organschaftliche Stellung" im Verein oder in der GmbH bekleiden sollte.
Geschäfsführer-Plan
Vorsitzender (Effenberg) u.a. PR, zuständig für alle Fußballteams, die Jugend, Marketing und Sponsoring sowie Sprecher der Geschäftsführung und Sportdirektor
Management (offen) u.a. Stadion, Gesellschaftsbeteiligungen, Vertrags- und Rechtswesen
Finanzen (offen) u.a. Lizensierung, Personal, Finanzabschlüsse
Alles ein Missverständnis?
Mit der Erklärung will die Initiative ihren Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen. Denn die größte Angst vieler Fans vor der Initiative bestand darin, dass Teile ihres Vereins an Investoren verkauft werden könnten. "Das war nie unser Anliegen", sagte Norbert Kox von der Initiative, der betonte, die Befürchtungen würden auf einem Missverständnis beruhen.
Es war die einzige wirkliche Überraschung, die die Initiative aufbot. Was blieb, war Georg Hendricks, der von der Initiative als künftiger Vizepräsident auserkoren wurde, sich außer 21-jähriger Mitgliedschaft bei Borussia jedoch keinerlei Meriten verdienen konnte. Dafür wurde dessen Wirtschaftskompetenz betont – als Geschäftsführer einer Umwelt- und Entsorgungsfirma. Hendricks mache sich Sorgen um Borussias Wirtschaftlichkeit. "Die Sponsoren wandern ab", sagte der 51-Jährige. "Sie sind enttäuscht. Weil ihnen Dinge versprochen wurden, die nicht gehalten wurden. Wir müssen dafür sorgen, dass die Leute bleiben."
Damit endete jedoch die Kritik der Initiative an Borussias Vereinsführung und der Person Rolf Königs, dessen Name im Verlauf des Abends nicht einmal genannt wurde. Im Mittelpunkt stand der sportliche Bereich – und die Personalie Stefan Effenberg. Doch klar ist: Auch der "Tiger" könnte nicht mit Millionen um sich schmeißen. Denn die Finanzierung von "Beine statt Steine", mit der die Initiative den Kader stärken will, ist nicht gesichert. "Wir müssen Einsicht in die Bücher und Verträge bekommen", sagte Kox, der für einen Posten im Aufsichtsrat bereitstünde. "Dann könnte man sehen, ob Gelder aus dem bisherigen Etat für die Mannschaft eingesetzt werden können."
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