Borussia Mönchengladbach: Kommentar: Tabellenführung mit Favre-Touch
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 22.08.2011Mönchengladbach (RP). Die Relegations-Rettung, der Sieg beim FC Bayern München, nun die Tabellenführung in der Bundesliga (die gab es zuletzt am 15. August 1998): Lucien Favre schreibt weiter Geschichte. Das Spiel gegen Wolfsburg war begeisternd.
Darum sei den Borussen ein Loblieb gegönnt. Nun gut, machen wir denen, die immer nörgeln, ein Zugeständnis: Es hätten mehr Tore fallen müssen als die vier, die es gab. Aber sonst: Borussia spielte klug, wunderschön und erfolgreich. Es gibt keine bessere Mischung im Fußball.
Der Favre-Touch macht Borussia nicht nur zum Tabellenführer, sondern vor allem Spaß, das merkt man auch den Spielern an. Nehmen wir Juan Arango. Der Venezolaner, der gegen Wolfsburg einen Pass aus der Zauberkiste des Fußballs spielte, war lange die wandelnde Lethargie.
Und nun? Arango ist Künstler und Arbeiter zugleich: Er bildet mit Filip Daems auf links ein funktionierendes Duo in der Rückwärtsbewegung, er rochiert in der Offensive mit Marco Reus und zeigt, dass er tatsächlich den tollen linken Fuß hat, der ihm den Job in Gladbach einbrachte. Arango ist eine der großen Überraschungen der bisherigen Saison.
Wie ganz Gladbach. Es darf so weitergehen. Und Favre, dem Magier aus der Westschweiz, dem Architekten des neuen Frohsinns am Niederrhein, darf man zutrauen, dass er die Euphorie kanalisiert und in immer neue Energie umwandelt, statt sich vom situativen Erfolg blenden zu lassen. Das minimiert die Gefahr von Rückschlägen - schließt sie aber nicht aus.
Die Borussia jedoch, die aus den ersten drei Spielen den besten Saisonstart seit 1995 machte, die wird in dieser Form nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Doch schauen wir von Spiel zu Spiel. Welchen Masterplan Favre hat, bleibt sein Geheimnis. Lassen wir uns weiter überraschen.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum









